• vom 30.08.2018, 16:43 Uhr

Politik

Update: 31.08.2018, 15:41 Uhr

Sozialversicherung

Einheitliche Kassenleistungen, nächster Akt




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Von Karl Ettinger

  • Mit 1. September erfolgt ein weiterer Schritt, um die Abgeltung für Versicherte und Patienten in der Sozialversicherung zu harmonisieren.

Mundhygiene für Jugendliche übernehmen die Kassen.

Mundhygiene für Jugendliche übernehmen die Kassen.© Alex_Traksel/stock.adobe.com Mundhygiene für Jugendliche übernehmen die Kassen.© Alex_Traksel/stock.adobe.com

Wien/St. Pölten. Herr Vogler braucht wegen Burnouts therapeutische Hilfe. Nimmt er diese bei einem Vertragspartner seiner Krankenkasse in Anspruch, trägt diese auch die Kosten. Geht er zu einer Psychotherapeutin, ohne Vertrag, erhält er einen Kostenzuschuss - für eine Stunde mit 85 Euro und bei insgesamt neun Einheiten zahlt die Krankenkasse bisher 196,20 Euro. Ab Samstag dieser Woche werde der Kostenzuschuss pro Einheit von 21,80 auf 28,00 Euro erhöht. Macht in Summe 252,00 Euro, damit erspart sich Herr Vogler 55,80 Euro. Außerdem kann er künftig zehn statt neun Einheiten Psychotherapie ohne chefärztliche Bewilligung nützen.

Denn mit 1. September dieses Jahres erfolgt der nächste Schritt bei der Vereinheitlichung der Abgeltung von Leistungen, für die die öffentliche Krankenversicherung bisher je nach Krankenkasse unterschiedliche Kostenzuschüsse nachträglich bezahlt hat. Auf Psychotherapie trifft das nunmehr zu. Das ist insofern für Patienten bedeutend, weil die Zahl der Menschen, die derartige Hilfe benötigen und in Anspruch nehmen wollen, im Steigen ist. Psychische Probleme sind mittlerweile der Hauptgrund für krankheitsbedingte Frühpensionierungen, deswegen soll hier speziell gegengesteuert werden. Außerdem handelt es sich bei der Anhebung der Zuzahlung der Kassen um die erste seit 27 Jahren.


Harmonisierung schon unter Vorgängerregierung begonnen
Allerdings werden noch nicht alle Unterschiede beseitigt. Die Beamtenversicherung für die öffentlich Bediensteten leistet zum Beispiel schon bisher einen Kostenzuschuss von 40 Euro pro Therapie-Einheit. Aber mit 1. September wird für sechs Leistungen eine weitere Harmonisierung durchgeführt. Insgesamt wurde damit seit dem Herbst des vergangenen Jahres bei rund zwei Dutzend Leistungen der öffentlichen Krankenversicherungen eine Angleichung bei den Kostenbeiträgen für Patienten vorgenommen.

Der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Alexander Biach, wird daher auch nicht müde zu betonen, dass seine Dachorganisation schon vor der jetzigen türkis-blauen Bundesregierung die Bemühungen zur Harmonisierung der Abgeltung deutlich verstärkt hat. Denn die ÖVP-FPÖ-Koalition ist erst seit Dezember 2017 im Amt und hat ihrerseits versucht, der Bevölkerung zu vermitteln, erst mit der von ihr im Mai paktierten Reform der Sozialversicherung werde eine Harmonisierung vorgenommen. Dabei war schon Pamela Rendi-Wagner (SPÖ), die Vorgängerin der jetzigen Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein, interessiert, dass bei der Leistungsharmonisierung im Sinne der Versicherten etwas weiter geht. Der Hintergrund dafür ist, dass bei den Sozialversicherten oft kein Verständnis herrscht, dass sie zwar österreichweit gleiche Krankenbeiträge zahlen, aber die Zuschüsse der Krankenkassen oft recht unterschiedlich und damit auch verwirrend sind.

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Dokument erstellt am 2018-08-30 16:53:51
Letzte Änderung am 2018-08-31 15:41:52



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