• vom 05.09.2018, 17:45 Uhr

Politik

Update: 06.09.2018, 08:09 Uhr

Masterplan Digitalisierung

Schule wird digital




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Das alles kostet freilich Geld. Wie viel, das kann man laut Bildungsministerium zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Kurz verwies darauf, dass der Finanzminister informiert sei. Am aufwendigsten sei jedenfalls die Schaffung der Netzanbindung, wobei sich Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) zuversichtlich zeigte, den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. Die Ausstattung der Klassen kostet laut Kurz zwar auch Geld, aber weniger.

Bleibt noch die Frage, wer die Tablets oder Laptops der Schüler bezahlt. Eine für Eltern nicht unwesentliche Frage, sollen es doch möglichst einheitliche Geräte sein, damit der Unterricht nicht zum Chaos wird. Will man dem technischen Fortschritt gerecht werden, muss man womöglich im Laufe der Schulkarriere zwei oder drei Geräte kaufen - hat man mehrere Kinder im schulpflichtigen Alter, summieren sich die Kosten.

Bei den Endgeräten für Schüler gebe es verschiedene Möglichkeiten und Modelle, mit und ohne Einbindung der Eltern, heißt es dazu aus dem Bildungsministerium. Für Details sei es aber noch zu früh, diese zu erarbeiten sei ebenfalls Ziel des Masterplans.

Bildungsexpertin Heidi Schrodt hält "nicht viel davon, dass jetzt viel in neue Tablets investiert wird", sagt sie zur "Wiener Zeitung". Denn das Geld sei knapp, und andere Themen wie Integrationsmaßnahmen hätten Priorität. Jene Schüler, die bereits ein Tablet besitzen, sollen dieses daher in der Schule benutzen dürfen, und jenen, die noch keines haben, soll die Schule eines für die Schulbesuch-Dauer zur Verfügung stellen. Ein ähnliches Modell habe Schrodt in einer Schule in Schweden erlebt, und es habe gut funktioniert.

"Der digitale Unterricht verbessert Schule nicht"
Die Digitalisierung im Bildungswesen an sich hält die ehemalige Direktorin der AHS Rahlgasse für wichtig, daran komme man ohnehin nicht vorbei, sagt sie. Kommt man schon, kontert Bildungsexperte Stefan Hopmann, der diese für nicht notwendig hält. "Forschungsergebnisse zeigen, dass der digitale Unterricht Schule nicht verbessert", sagt er. Die OECD kam im Rahmen einer Pisa-Zusatz-Auswertung zu dem Schluss, dass die Verfügbarkeit entsprechender Geräte nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen führt.

Aufgabe der Schule sei zwar sehr wohl, die Schüler auf die Herausforderungen des digitalen Lebens vorzubereiten, indem man ihnen etwa die Gefahren der unsortierten Internetnutzung aufzeigt - "aber nicht, indem die Schule selber digital wird", so Hopmann. Früher wie heute gehe es beim Unterricht auch darum, soziale Kompetenzen zu erlernen. Die Digitalisierung sei dabei sogar ein Schritt zurück: Durch sie seien die Schüler mehr aufs Internet fokussiert und weniger auf das gemeinschaftliche Arbeiten.

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Dokument erstellt am 2018-09-05 17:53:58
Letzte Änderung am 2018-09-06 08:09:52



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