• vom 12.09.2018, 17:45 Uhr

Politik


Gender Pay Gap

Initiative für mehr Lohntransparenz




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  • Hohe Lohnunterschiede zwischen Männer und Frauen. Ministerin Bogner-Strauß will einheitliche Standards für Einkommensberichte.

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß.

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß.© apa/Hochmuth Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß.© apa/Hochmuth

Wien. (dg) Am Mittwoch tagte erstmals die von Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) initiierte Expertengruppe zum Thema Lohngerechtigkeit für Frauen. "Das Ziel ist eine Vereinheitlichung der Einkommensberichte und neue, österreichweite Regeln", sagte die Ministerin. Im kommenden Jahr solle die Einkommenstransparenz in Österreich gestärkt werden. Deshalb sei es wichtig, das Thema auf die politische Agenda zu heben. Es gehe auch darum, bei der Vielzahl an unterschiedlichen Definitionen und Berechnungsmethoden des Gender Pay Gap Klarheit zu schaffen.

Tatsache ist allerdings, dass Frauen in Österreich nach wie vor deutlich weniger verdienen als Männer. Laut Eurostat beträgt der Unterschied hierzulande 21,7 Prozent, der EU-Durchschnitt liegt bei 16 Prozent. Nur in Deutschland, Tschechien und Estland verdienen Frauen im Vergleich zu Männern noch weniger. In Luxemburg ist der Unterschied am kleinsten.


Ein Grund dafür, ist die hohe Teilzeitquote bei Frauen. Fast die Hälfte aller Frauen, aber nur jeder zehnte Mann sind hierzulande in Teilzeit beschäftigt. Hinzu kommt, dass Frauen öfter in schlechter bezahlten Berufen tätig sind, als Männer; etwa im Sozialbereich oder im Bildungswesen.

Lohnschere schließt sich
nur sehr langsam

Aber auch wenn die Lohnstatistik um Faktoren wie Teilzeitarbeit oder Branchen-Unterschiede bereinigt wird, bleibt ein geschlechterspezifischer Gehaltsunterschied von 10 bis 13 Prozent, je nach Berechnungsmethode. Das bedeutet also, dass Frauen für die gleiche Arbeit gut ein Zehntel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Laut dem aktuellen Einkommensbericht für den Öffentlichen Dienst beträgt der Gender Pay Gap dort 11,9 Prozent. Tatsächlich geht der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in den letzten Jahren in Österreich zurück. Zum einen, weil der Anteil an Frauen in höher qualifizierten Berufen steigt. Zum anderen, weil Unternehmen ab 150 Mitarbeiter verpflichtet sind, alle zwei Jahre einen Einkommensbericht vorzulegen. Der Rückgang ist allerdings minimal.

Auch die Führungsebene ist in Österreich in der Regel männlich dominiert. So sind laut dem Unternehmensberater Deloitte aktuell nur sieben von insgesamt 135 Vorstandsposition in ATX-Unternehmen mit Frauen besetzt. Bei den Aufsichtsräten beträgt die Frauenquote immerhin 19 Prozent. Rund ein Drittel der Führungskräfte in heimischen Betrieben ist weiblich. Bei den Geschäftsführern sind es 20 Prozent.

Gleichzeitig zeigt eine Umfrage von Deloitte, dass die Anzahl der Bewerberinnen für Führungspositionen deutlich steigt. 2015 betrug demnach der Frauenanteil bei Bewerbungen für eine Managementfunktion 22 Prozent. 2017 waren es dann 30 Prozent. "Unsere Auswertung lässt einen Positivtrend erkennen. 2015 haben sich nur 10 Prozent Frauen für Geschäftsführungs- oder Vorstandspositionen beworben, 2017 waren es bereits 22 Prozent", stellt Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich, in einer Aussendung fest. Die öffentliche Diskussion und politische Maßnahmen hätten auch dazu beigetragen.




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Dokument erstellt am 2018-09-12 17:54:12



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