• vom 13.09.2018, 17:48 Uhr

Politik

Update: 13.09.2018, 22:06 Uhr

Klima und Gesundheit

Krank durch das Klima




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Von Petra Tempfer

  • Mehrjährige Studie zeigt gesundheitliche Risiken des Klimawandels auf.



Wien. Mehr Tropennächte, höhere Pollenbelastung, neue Insektenarten: Der vergangene Sommer der Rekorde, der nach 2003, 2015 und 2017 der viertheißeste der 252-jährigen Messgeschichte und extrem trocken war, hat einmal mehr verdeutlicht, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden. Über das Jahr gerechnet ist es in Österreich schon um fast zwei Grad wärmer als 1880, wobei sich der Anstieg in den vergangenen 20 Jahren deutlich beschleunigt hat. Das wirkt sich freilich auf die Gesundheit aus: Anhaltende Hitze ist für den Körper eine enorme Belastung, weil er seine Temperatur bei 37 Grad Celsius halten muss, damit die Organe funktionieren können.

Inwieweit sich das Klima weiter wandeln wird, welche gesundheitlichen Risiken damit einhergehen und wie man diesen entgegenwirken könnte, haben mehr als 60 Forscher aus Medizin, Klimaforschung und Demographie im Auftrag des Klima- und Energiefonds in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet. Die Ergebnisse liegen nun vor, am Donnerstag hat Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) den nationalen "Sachstandsbericht zum Thema Gesundheit, Demographie und Klimawandel" präsentiert.


Mehr Allergien und Insekten
Diesem zufolge wird sich die Anzahl der Hitzetage während Hitzewellen bis Mitte des Jahrhunderts verdoppeln, während im gleichen Zeitraum der Anteil der über 65-Jährigen um zehn Prozent wachsen wird. Dadurch steigt das Gesundheitsrisiko für diese stärker an.

Neben der höheren Belastung für den Kreislauf wird dem Bericht zufolge auch die Pollenbelastung steigen. Die Pollensaison verlängert sich, zudem kommen die Pollen wärmeliebender, invasiver Pflanzenarten wie Ragweed (Traubenkraut, Ambrosia) vermehrt hinzu - jährlich wandern sechs neue Pflanzenarten ein. Aktuell seien rund 1,75 Millionen und damit 20 Prozent der Österreicher von allergischen Erkrankungen betroffen, heißt es. Folgt Österreich dem europäischen Trend, könnten es in zehn Jahren 50 Prozent sein.

Gleichzeitig wächst die Gefahr, dass sich Krankheitserreger, die so mancher bisher nur aus Urlauben im Süden kannte, auch in Österreich ausbreiten. So werden subtropische und tropische Stechmücken wie die Tiger- und Buschmücke hier bessere Überlebensbedingungen vorfinden - sie sind dafür bekannt, Dengue- und Gelbfieber zu übertragen. Ähnlich heimisch könnte sich bald die Anopheles-Mücke fühlen (sofern es feucht genug bleibt), die auch Malariamücke genannt wird. Culex-Mücken wiederum übertragen das West-Nil-Fieber. Auch Zecken, die FSME- und Borreliose-Erreger in sich tragen können, vermehren sich bei steigender Hitze besser. Das Gleiche gilt für Nager.

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Dokument erstellt am 2018-09-13 17:57:19
Letzte Änderung am 2018-09-13 22:06:07



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