• vom 18.09.2018, 18:43 Uhr

Politik

Update: 19.09.2018, 08:44 Uhr

SPÖ

Kerns Plan B




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Von Simon Rosner

  • Christian Kern wird Spitzenkandidat der SPÖ bei der nächsten EU-Wahl, den Parteivorsitz behält er bis November. Der kurze Weg einer großen Hoffnung.

- © photonews.at/Georges Schneider

© photonews.at/Georges Schneider

Wien. Das Projekt Kern war für zehn Jahre angelegt. Jetzt, nach nur etwas mehr als zwei Jahren, nimmt es zumindest einen anderen Verlauf als ursprünglich geplant. Christian Kern geht nämlich. Und zwar nach Brüssel. Informationen einiger Medien, wonach der Ex-Kanzler aus der Politik ausscheidet, Vorsitz der SPÖ und Mandat zurücklegt, bewahrheiteten sich nicht. Stattdessen wird Kern als Spitzenkandidat der SPÖ in die EU-Wahl gehen. Den Vorsitz wird er "spätestens nach der Europawahl abgeben", wie Kern sagte.

Am Mittwoch kommt es übrigens zu einem Treffen der europäischen Sozialdemokratie im Vorfeld des EU-Gipfels in Salzburg. Nicht undenkbar, dass Kern ein seriöser Anwärter auch für die Spitzenkandidatur der SPE bei der kommenden Wahl ist. Dass in dieser Hinsicht eine Entscheidung auf den ehemaligen österreichischen Kanzler gefallen wäre, würde zumindest Hektik am Dienstag erklären. Solche Beschlüsse passieren in der Politik oft schnell.

Die Gerüchte über einen Rücktritt hatten am Dienstag jedenfalls für große Aufregung gesorgt, da weite Teile der SPÖ, vor allem in der Parteizentrale in der Löwelstraße, nicht informiert waren. Auch die Spitzen der Gewerkschaft, die sich am Mittwoch auf einer Konferenz gerade Motivation, Energie und Strategie für die Herbstlohnrunde geholt hatten, wussten von nichts - und waren nicht gerade angetan.

Kein Oppositionspolitiker

Spannend ist, dass es offenbar zu Indiskretionen gekommen ist, die dazu geführt haben, dass einige Zeitungen Information erhielten, die sich dann als nicht richtig herausstellten. Sie dürften auf hoher Ebene passiert sein, denn viele Personen sind bei solchen Entscheidungen in der Regel nicht eingeweiht. Was, andererseits, aber auch wieder zur bisherigen politischen Laufbahn Kerns passt, in der Indiskretionen keine kleine Rolle gespielt haben.

Kern könnte nun jedenfalls einen Absprung zur richtigen Zeit erwischt haben. "Vom Typus her war er auch immer der Staatsmanager, der Kanzler, nicht der Oppositionsführer", sagt der Politologe Peter Filzmaier. Das ist auch der Grund gewesen, weshalb das auf zehn Jahre angelegte Projekt Kern in der österreichischen Innenpolitik zu Ende war, bevor es wirklich aufhört.

Kern konnte aber bisher nicht gehen; nicht nach der Wahl, bei der es ein Plus für die SPÖ, aber dennoch eine schwere Niederlage gab, nämlich den Verlust der Kanzlerschaft nach elf Jahren. Und er konnte auch nicht in Monaten danach gehen - vermutlich auch in Ermangelung wirklich attraktiver Angebote.




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Schlagwörter

SPÖ, Christian Kern, SPE

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Dokument erstellt am 2018-09-18 18:54:15
Letzte Änderung am 2018-09-19 08:44:17



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