• vom 10.10.2018, 17:38 Uhr

Politik


Ärzte dürfen Ärzte anstellen

Durchbruch bei Ärztegesetz




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  • Künftig dürfen Ärzte andere Ärzte anstellen. Außerdem kommt eine neue Ausbildung für Notärzte.

Wien. Der von der Ärztekammer lange gehegte Wunsch, dass Ärzte andere Ärzte anstellen können, geht nun in Erfüllung. Der Entwurf für ein neues Ärztegesetz, den das Gesundheitsministerium in Begutachtung geschickt hat, sieht diese Möglichkeit vor. Weiters enthalten sind eine neue Ausbildung für Notärzte und eine Neuregelung über den ärztlichen Beistand für Sterbende.

Zur selbständigen Berufsausübung berechtigte Ärzte dürfen demnach künftig "zum Zwecke einer nicht nur vorübergehenden Erbringung ärztlicher Leistungen" andere Ärzte anstellen. In Ordinationen darf ein Arzt auf Vollzeitbasis (Vollzeitäquivalent von 40 Wochenstunden) angestellt werden, in Gruppenpraxen höchstens zwei. Für die Patienten ist die freie Arztwahl weiter zu gewährleisten, heißt es in dem Gesetzesentwurf.


Regierung hofft auf Attraktivierung des Arztberufs
Davon unberührt bleibt die Möglichkeit, Turnusärzte im Rahmen der Lehrpraxis-Ausbildung anzustellen. Ordinationen und Gruppenpraxen dürfen dadurch allerdings keine Organisationsstruktur einer Krankenanstalt in der Betriebsform eines selbständigen Ambulatoriums aufweisen. Von dieser schon im Regierungsprogramm vorgesehenen Maßnahme erhofft sich die Regierung eine Stärkung der Hausärzte und der Versorgung vor Ort sowie eine Attraktivierung des Arztberufes mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, heißt es in den Erläuterungen.

Neu geregelt wird auch die Ausbildung zum Notarzt. Ärzte, die eine solche machen, müssen künftig einen von der Ärztekammer anerkannten Lehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten von zumindest 80 Lehreinheiten zu je mindestens 45 Minuten absolvieren. Außerdem müssen sie zumindest an 20 dokumentierten notärztlichen Einsätzen teilnehmen und eine theoretische und praktische Abschlussprüfung ablegen.

Geschaffen wird mit dem Entwurf auch eine Regelung über den ärztlichen Beistand für Sterbende. Festgehalten wird dabei zunächst, dass ein Arzt Sterbenden in seiner Behandlung "unter Wahrung ihrer Würde beizustehen" hat. Weiter heißt es dann im Gesetzesentwurf wörtlich, dass es bei Sterbenden "auch zulässig" sei, "im Rahmen palliativmedizinischer Indikationen Maßnahmen zu setzen, deren Nutzen zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen im Verhältnis zum Risiko einer Beschleunigung des Verlusts vitaler Lebensfunktionen überwiegt".

Schließlich werden mit dem Entwurf auch alternative Heilverfahren anerkannt. Die Ausübung des ärztlichen Berufes umfasst jede auf medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen begründete Tätigkeit "einschließlich komplementär- und alternativmedizinischer Heilverfahren", heißt es.




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Dokument erstellt am 2018-10-10 17:48:36



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