• vom 11.10.2018, 11:00 Uhr

Politik

Update: 11.10.2018, 11:11 Uhr

Arbeitslosigkeit

Niedrige, mittlere und hohe Jobaussichten




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Das AMS teilt Jobsuchende künftig in drei Kategorien ein und lässt dies per Computer vorsortieren.

Ab 2019 soll sich beim AMS einiges ändern.   - © APAweb / Roland Schlager

Ab 2019 soll sich beim AMS einiges ändern.   © APAweb / Roland Schlager

Wien. Ab 2019 wird beim AMS einiges anders: Im kommenden Jahr will sich das Arbeitsmarktservice bei der Einteilung der Arbeitslosen nach ihrer Aussicht auf einen Arbeitsplatz von einem Computerprogramm unterstützen. Je nach Wahrscheinlichkeit eines Jobs sollen dann unterschiedliche Fördermaßnahmen angeboten werden, schreibt der "Standard". AMS-Chef Kopf verweist in der Zeitung auf die Letztentscheidung der Berater bei der Einteilung.

Hohe, mittlere oder niedrige Jobperspektiven

Wer mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb von sieben Monaten wieder einen Job haben wird, soll künftig als Person mit hoher Arbeitsmarktchance gelten. Wer weniger als 25 Prozent Chance hat, innerhalb von zwei Jahren einen Job zu bekommen, gilt dann als Kunde mit niedrigen Chancen. Alle anderen haben eine mittlere Perspektive.

Was genau die Einteilung für Folgen haben wird, sei unklar, schreibt der "Standard". Laut einem AMS-Papier werde die Förderung auf die Gruppe mit mittlerer Perspektive konzentriert. Kopf selber sagte im Gespräch mit dem "Standard", die Berater hätten die Letztentscheidung über die Einteilung, nur sie könnten etwa die Motivation von Arbeitslosen oder kurzfristige Schwankungen am Arbeitsmarkt beurteilen. Ziel sei es "mit dem gleichen Geld mehr Personen fördern zu können" und die vorhandenen Instrumente angepasst anzuwenden. So sei es nicht effizient, "sehr arbeitsmarktfernen Personen" teure Facharbeiterausbildungen anzubieten. Für sie werde derzeit in Graz ein neues Beratungsformat ausprobiert, das billiger sei aber ähnlich hohe Vermittlungserfolge zeige. Man wolle und werde die Menschen mit geringer Jobperspektive nicht aufgeben.


Bei Menschen mit hoher und niedriger Perspektive will man sparen

In einem dem "Standard" vorliegenden AMS-Papier wiederum heißt es, bei Menschen mit hoher Jobaussicht könne man Förderungen einsparen, da sie auch ohne Unterstützung wieder einen Arbeitsplatz fänden, allerdings solle man auch bei Menschen mit geringer Jobperspektive sparen, da hier hohe Kosten nur geringen Jobperspektiven gegenüberstünden. Deshalb habe SPÖ-Sozialminister Alois Stöger die Ausrollung der EDV im Herbst 2016 verhindert, nun sei unter der ÖVP-FPÖ-Regierung dafür das grüne Licht erteilt worden.

Von Arbeitgeberseite kommt von WKÖ-Experte Martin Gleitsmann Unterstützung, denn "alles was Vermittlungschancen erhöht, ist aus unserer Sicht gut". Aus Arbeitnehmersicht kommt auch von Gernot Mitter von der Arbeiterkammer keine Ablehnung, auch wenn er sich mehr Berater gewünscht hätte. Die Bedingung, dass Berater die Einstufung ändern können, sei erfüllt, auch sei die Forderung, dass auch Menschen mit schlechter Perspektive weiter unterstützt werden müssen "positiv aufgenommen" worden, sagte er dem "Standard".




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-11 11:03:48
Letzte Änderung am 2018-10-11 11:11:32



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kritik an Cannabis-Erlass der Regierung
  2. Patient nach falscher Injektion tot
  3. Nationalrat beschließt Kassenreform
  4. Zwei verschiedene Kassenwelten
  5. Aufbäumen gegen Kassenfusion
Meistkommentiert
  1. Jugendliche Flüchtlinge werden verlegt
  2. Köstinger bremst Hofer ein
  3. Kritik an und Anzeige gegen Waldhäusl
  4. Rendi-Wagner erwartet Rückkehr der Wähler
  5. FPÖ klagt Republik

13.12.2018: Eine Toilette am Wegesrand, entlang einer Straße nach St. Katrine im Süden der ägyptischen Halbinsel Sinai. 



Werbung