• vom 12.05.2011, 19:18 Uhr

Politik

Update: 12.05.2011, 19:48 Uhr

Nach den Niederlanden und der Schweiz verzichtet nun auch Österreich auf Fragebögen - und spart Millionen

Die unsichtbare Volkszählung




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Dass in Deutschland der Name nicht geheim bleibt, ist allerdings historisch begründet: "Die letzte Volkszählung hat in Deutschland 1987 und in der DDR 1981 stattgefunden", erklärte Sabine Berchtold vom Statistischen Bundesamt am Donnerstag in Wien. "Wir betreten mit der Registerzählung 2011 völliges Neuland." Der Schritt sei längst überfällig gewesen, nachdem man die Fehleranfälligkeit der Fortzählungen auf Basis der Daten aus den 80er Jahren erkannt habe, sagte sie. "Wir sind erst bei einer Testzählung 2001 draufgekommen, dass die errechnete Bevölkerungszahl in Deutschland um 1,3 Millionen Personen überhöht war." Die Vorgabe der Politik, den Zensus das nächste Mal nur als Registerzählung durchzuführen, begrüßt Berchtold. "Ich erinnere mich gut an die heftigen Proteste vor mehr als 20 Jahren", fügte sie hinzu. Damals seien Fragebögen öffentlich verbrannt worden. Das Statistische Bundesamt darf sich also freuen. Zumal sich die Proteste gegen die Anfang Mai gestartete namentliche Zählung diesmal in Grenzen halten dürften.

"Zählung ist ein Unfug"

Kritiker an der Registerzählung gibt es trotzdem genug - so auch in Österreich. "Es ist teilweise schon ein ordentlicher Unfug, was da alles abgefragt wird", meinte etwa der Obmann der "Arge Daten", Hans Zeger, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Besonders stark wurme ihn die Erhebung privater Beziehungs- und Familienverhältnisse. "Zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren heute anders als früher. Was darüber in den Registern zu finden ist, hat häufig gar nichts mehr mit der Realität zu tun", erklärte er. Geht es nach ihm, so soll der Staat nur die Personen, die im Melderegister aufscheinen, zählen - was auch EU-konform wäre und weit weniger als die veranschlagten 10 Millionen Euro kosten würde. "Österreich hat einen ausgeprägten Listenwahn", diagnostizierte Zeger. Und will auch wissen, warum: "Das lenkt ab und beruhigt."

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Dokument erstellt am 2011-05-12 19:18:00
Letzte Änderung am 2011-05-12 19:48:00


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