Wien. Rechte Bewegungen und Organisationen sind im Internet sehr aktiv. Sie geben sich dabei sozial und würden Konflikte zwischen Personengruppen inszenieren, das sind die Erkenntnisse zweier Forschungsprojekte, über die am Mittwoch im Forschungsnewsletter der Universität Wien berichtet wurde.

Social-Media-Pioniere

Ein ÖH-Sticker gegen Rechtspopulismus. - © Flickr, Andreas Issleib
Ein ÖH-Sticker gegen Rechtspopulismus. - © Flickr, Andreas Issleib

"Weil sie sich in den 'Mainstreammedien' falsch dargestellt sehen, suchen sie andere Foren - und waren damit die ersten, die sich mit Facebook, Twitter und Co. auseinandersetzten. Die etablierten Parteien haben diese Entwicklung schlichtweg verschlafen", erklärte dazu Birgit Sauer vom Institut für Politikwissenschaft. Die Rechten würden sich als neue Sozialdemokraten inszenieren und davon profitieren, dass der Sozialdemokratie die Themen Solidarität und Ausgleich abhandengekommen seien.

Islamfeindlichkeit als Motiv

Allen gemeinsam sei, dass sie einen Konflikt zwischen In- und Ausländern konstruieren. Besonders der antimuslimische Rassismus sei ein Motiv, das rechte Bewegungen in ganz Europa bedienen würden, hieß es weiters.

Ziel der Projekte "RAGE - Hate speech and populist othering in Europe" und "e-EAV - e-engagement against violence" war es, rechtspopulistische Kommunikationsstrategien analysieren und rassistische Bewegungen im Internet untersuchen. Durchgeführt wurde die Forschungsarbeit von Birgit Sauer, Edma Ajanovic und Stefanie Mayer.