London. Nach wiederholten Störungen durch Drohnen in der Nähe des Londoner Flughafens Gatwick wurde der Flugverkehr am Donnerstag abermals gesperrt. Die Polizei setzt nun Scharfschützen und einen Helikopter ein, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Britischen Medien zufolge hat die Exekutive um Hilfe durch das Militär angesucht. Bei zumindest einem Fluggerät handelt es sich um eine hochprofessionelle Ausführung.

 Der Flughafen hatte am Mittwochabend alle Starts und Landungen bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest, während ankommende Flugzeuge zu - teils hunderte Kilometer entfernten - Flughäfen umgeleitet wurden.

In den frühen Morgenstunden wurde der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen, dann aber erneut gestoppt. Mehr als 14 Stunden nach den ersten Sichtungen wurde am Donnerstagvormittag erneut eine Drohne über dem Flugfeld entdeckt. Rund 110.000 Passagiere waren laut Angaben des Flughafens im Sender BBC am Donnerstag von den Störungen betroffen. 

Die  Sperre des Flughafens wirkte sich auch auf den österreichischen Luftverkehr aus. Auf den Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck kam es zu Verspätungen bzw. Annullierungen von Flügen nach und von London-Gatwick. Betroffenen Passagieren wurde empfohlen, sich bei ihren Fluglinien über ihre Reiseverbindung zu informieren.

Gatwick am Donnerstagnachmittag - © (Screenshot)
Gatwick am Donnerstagnachmittag - © (Screenshot)

Am Mittwoch gegen 21.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) wurden erstmals zwei Drohnen gesichtet. Daraufhin wurden Starts und Landungen wegen der Kollisionsgefahr untersagt. Am Donnerstag um 3.00 Uhr Ortszeit konnte der Flugbetrieb kurz wieder aufgenommen werden, doch nach erneuten Berichten über Drohnen musste er bereits nach 45 Minuten wieder eingestellt werden. Erst wenn die Polizei Entwarnung gibt, kann der Flughafen wieder öffnen.

Bei einer der Drohnen handelt es sich laut Gatwick-Chef Chris Woodroofe um ein professionelles Gerät. "Es ist definitiv keine Standard-Drohne von der Stange", sagte er BBC Radio. Nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs werde es mehr als 24 Stunden dauern, bis sich der Betrieb normalisiere

Die Polizei sprach von einem vorsätzlichen Eingriff in den Flugverkehr. Der Sprecher von Premierministerin Theresa May sprach von einem unverantwortlichen und inakzeptablen Akt.

Nach britischem Recht ist es verboten, im Umkreis von einem Kilometer um einen Flughafen eine Drohne aufsteigen zu lassen. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Hintergrund

Der 1958 eröffnete Gatwick Airport hat ein Aufkommen von 43 Millionen Passagieren pro Jahr und ist damit der achtgrößte Flughafen Europas.