London. Der Betrieb am Flughafen London-Gatwick ist am Freitag wieder angelaufen. Der Airport war am Mittwochabend wegen wiederholter Drohnenflüge geschlossen worden, was im vorweihnachtlichen Reiseverkehr für Chaos gesorgt hatte. Die Start-und Landebahnen seien nun offen, geplant seien 700 Starts, teilte der zweitgrößte britische Flughafen mit. Es sei allerdings weiter mit Verspätungen und Flugstreichungen zu rechnen.

Polizei und Militär hätten "schadensbegrenzende Maßnahmen" eingesetzt, die den Flugbetrieb erlaubten, sagte Gatwick-Manager Chris Woodroofe. Diese sollten auch weitere Störungen verhindern. Die Person, die die Drohnen fliegen lasse, sei noch nicht gefunden. Der britische Verkehrsminister Chris Grayling sprach in der BBC von einer Reihe von Maßnahmen - darunter auch militärische - , die genutzt worden seien, um Gatwick zu sichern.

120.000 Passagiere betroffen

Am Mittwochabend waren erstmals Drohnen in der Nähe des Flughafens, der 50 Kilometer südlich von London liegt, gesichtet worden. Immer wenn der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden sollte, waren erneut Drohnen aufgetaucht. Militär und Scharfschützen der Polizei waren zum Airport gerufen worden. Der Polizei zufolge gab es keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund.

Insgesamt waren am Donnerstag 120.000 Passagiere betroffen. Viele Reisende verbrachten die Stunden auf dem Boden schlafend. Der Verkehrsminister lockerte die Nachtflugverbote an anderen Flughäfen, um das Verkehrsaufkommen durch dorthin umgeleite Flieger zu bewältigen. Nach britischem Recht ist es verboten, im Umkreis von einem Kilometer um einen Flughafen eine Drohne aufsteigen zu lassen. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft.