Anhänger des Diktators beim faschistischen Gruß in Madrid 2016. - © Kippelboy - CC 3.0
Anhänger des Diktators beim faschistischen Gruß in Madrid 2016. - © Kippelboy - CC 3.0

Die spanische Regierung will die steinernen Reste der Franco-Diktatur aus der Öffentlichkeit entfernen. Das Justizministerium in Madrid wies am Mittwoch 656 Kommunen an, verbliebene Franco-Symbole aus dem Stadtbild zu entfernen. Dabei handelt es sich um Gedenktafeln, Schilder und andere Insignien, die den 1975 verstorbenen Diktator, seine Mitstreiter oder seine Politik würdigen.

Nach Angaben des Ministeriums sind in Spanien noch mindestens 1170 Straßen und Plätze nach Vertretern der Franco-Diktatur benannt. Die Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sanchez von der sozialdemokratischen PSOE drängt seit ihrem Amtsantritt im Juni auf einen konsequenten und sichtbaren Bruch mit Francos Erbe. Sie ordnete an, Francos sterbliche Überrest aus der Basilika in einer Monumentalanlage bei Madrid zu entfernen. Dabei trifft sie auf Widerstand, unter anderem von Francos Hinterbliebenen.

Verschleppte Umsetzung eines Gesetzes

Internationale Brigaden kämpften in Spanien für die Demokratie. - © Vera Elkan - PD
Internationale Brigaden kämpften in Spanien für die Demokratie. - © Vera Elkan - PD

Die Anweisung vom Mittwoch an die Kommunen stützt sich auf ein Gesetz zur öffentlichen Erinnerungskultur, das bereits 2007 von der damaligen sozialdemokratischen Regierung erlassen worden war.

Der Umgang mit der Franco-Diktatur spaltet Spanien bis heute. Franco siegte mit seinen rechten Putschisten - und nazideutscher Unterstützung - in einem blutigen Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939. Die franquistische Diktatur hielt sich bis 1975.