Paris. Nach dem Großbrand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre Dame besteht nach Angaben des französischen Innenministeriums immer noch Einsturzgefahr. Da die "Brandgefahr" mittlerweile gebannt sei, müsse nun geklärt werden, wie die "Bausubstanz" der Kirche dem Feuer standhalten werde, sagte Innenstaatsekretär Laurent Nunez Dienstag früh vor Journalisten.

Der Großbrand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre Dame ist nach Angaben der Feuerwehr komplett gelöscht. "Das ganze Feuer ist aus", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Gabriel Plus, Dienstagfrüh.

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Alle Flammen seien gelöscht, nun müssten Experten das Ausmaß der Schäden prüfen, hieß es weiter. Der Brand war demnach am Montagabend auf dem Dach ausgebrochen und hatte sich rasend schnell auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern ausgebreitet.

Experten untersuchen Stabilität

Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale "stabil" sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Inneren fortsetzen könne. Ein Feuerwehrsprecher hatte in der Nacht von "dramatischen" Schäden gesprochen: Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz. Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnten demnach aber gerettet werden. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen.

Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale "stabil" sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Inneren fortsetzen könne. Ein Feuerwehrsprecher hatte in der Nacht von "dramatischen" Schäden gesprochen - © APAweb/REUTERS, Benoit Tessier
Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale "stabil" sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Inneren fortsetzen könne. Ein Feuerwehrsprecher hatte in der Nacht von "dramatischen" Schäden gesprochen - © APAweb/REUTERS, Benoit Tessier

Feuer brach am Dachboden aus

Das Feuer war am Montagabend auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und hatte sich rasend schnell ausgebreitet. Die Brandursache ist noch unklar. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnte der Brand mit Arbeiten am Dach der Kathedrale im Zusammenhang stehen, wo Baugerüste installiert waren. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung ein und befragte Bauarbeiter.

Notre Dame mit Lokalisierung des Brandes. - © APA
Notre Dame mit Lokalisierung des Brandes. - © APA

Die Feuerwehr hatte den Brand am frühen Morgen unter Kontrolle gebracht. Präsident Emmanuel Macron hat bereits einen Wiederaufbau des Gotteshauses im Herzen der französischen Hauptstadt versprochen.

Ermittlungen nach Ursache für Großbrand

- © APA
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Bei den Ermittlungen stehen indessen die Ursachen im Fokus. Es sei weiterhin unklar, warum am frühen Montagabend das Feuer in dem weltberühmten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ausgebrochen sei, sagte der Staatssekretär im Innenministerium Laurent Nunez am Dienstag. Mittlerweile sei der Brand unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht. Weite Teile der Kathedrale wurden zerstört, die beiden markanten Türme sowie die Grundmauern der acht Jahrhunderte alten Kirche konnte die Feuerwehr jedoch retten.

Die Ermittlungsbehörden gingen zunächst von einem Unglück aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte noch in der Nach zu, die Kathedrale wieder aufzubauen. Zwei französische Milliardärsfamilien sagten 300 Millionen Euro für den Wiederaufbau zu. Die Familie Pinault, die hinter dem Luxuskonzern Kering mit Marken wie Gucci steht, will 100 Millionen Euro spenden. Von der Familie von Bernard Arnault, der die LVMH-Gruppe gehört, sollen 200 Millionen Euro kommen. Notre Dame ist ein Meisterwerk der Gotik und wird jedes Jahr von Millionen Touristen besichtigt.

Papst betet für Menschen in Paris

Papst Franziskus betet für die Franzosen und für all jene Menschen, die bei der Brandbekämpfung der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre Dame im Einsatz sind. Dies berichtete der Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti per Twitter.

"Der Papst ist Frankreich nahe, er betet für die französischen Katholiken und für das Volk in Paris, das nach dem schrecklichen Brand erschüttert ist. Der Pontifex betet für all jene, die sich bei der Bewältigung dieser dramatischen Situation engagieren", so Gisotti.

Der Vatikan hatte bereits am Montagabend mit Bestürzung auf das verheerende Feuer in der Kathedrale Notre Dame in Paris reagiert. Der Brand war am Montagabend in dem Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ausgebrochen.

Großteil der Schätze konnte gerettet werden

Der größte Teil der religiösen und künstlerischen Schätze konnte aus der brennenden Pariser Kathedrale Notre Dame gerettet werden. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester dem Sender LCI Dienstag früh.

Es habe die reale Gefahr bestanden, dass der Nordglockenturm bei dem Brand zerstört wird, erklärte der Minister. "Und das hätte dann zur völligen Zerstörung von Notre Dame de Paris geführt." Der außergewöhnliche Mut der Feuerwehr habe das verhindert. Nun müsse man an den Wiederaufbau denken. "Wir haben immer noch die Fachkenntnis, ein solches Gebäude zu bauen."

Das Feuer war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale im Herzen von Paris ausgebrochen. Die Flammen verwüsteten kurz vor Ostern den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Die Feuerwehr brachte es in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Abend erklärt, das Schlimmste sei verhindert worden. (apa/afp/reuters)