Leichtverletzte könnten umgehend die Heimreise antreten, erklärte trendtours: "Wir haben für unsere Gäste ausreichend Flugkontingente organisiert, so dass jeder auf eigenen Wunsch nach Hause reisen kann." Die Behörden und trendtours wollten die Betroffenen "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" nach Deutschland ausfliegen und sie dort mit ihren Angehörigen zusammenbringen. "Erste Angehörige sind auf dem Weg nach Madeira und werden dort von den Fachkräften in Empfang genommen und unterstützt", teilte der Reiseveranstalter mit.

In ganz Portugal galt unterdessen eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die 29 Todesopfer. Auch vor dem Hotel "Quinta Splendida", in dem die Urlauber wohnten, hingen die Flaggen auf halbmast. In Funchal hatte die deutschsprachige evangelische Gemeinde für Freitagnachmittag zu einer Trauerfeier in die Kirche Igreja Presbiteriana eingeladen.

Bei den 16 Patienten im Krankenhaus handle es sich um 14 Deutsche und zwei Portugiesen, hieß es weiter. Bei dem Unfall waren auch der Fahrer und der Reiseleiter verletzt worden, beides Einheimische. Fast alle Passagiere seien bei dem Unfall aus dem Bus herausgeschleudert worden, zitierten Medien den Koordinator der medizinischen Notfalldienste, Antonio Coelho. "Nur fünf Menschen, darunter der Fahrer, waren beim Eintreffen der Rettungsteams im Bus. Alle anderen befanden sich außerhalb." Wahrscheinlich hätten sie keine Sicherheitsgurte angelegt, meinte Coelho.

Ursprünglich waren 28 Verletzte in das Krankenhaus gebracht worden, "26 mit deutscher Nationalität", erklärte die Klinik. Ein Patient starb später. Etliche andere wurden mittlerweile entlassen.

Auch am Freitag gab es zunächst keine offizielle Bestätigung der deutschen Bundesregierung, ob die Todesopfer - nach portugiesischen Berichten elf Männer und 18 Frauen - ausschließlich Deutsche waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind wahrscheinlich 27 der 29 Toten deutsche Staatsangehörige. Portugiesische Medien meldeten, auch zwei Einheimische könnten ums Leben gekommen sein.

Außenminister Heiko Maas war am Gründonnerstag auf die portugiesische Atlantikinsel gereist und hatte an der Unglücksstelle einen Kranz niedergelegt. Er traf mit seinem Amtskollegen Augusto Santos Silva zusammen und dankte den Rettern. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa gedachte am Freitag auf der Atlantikinsel der 29 Toten des Busunglücks. Am Unfallort in Canico legte er einen großen Kranz mit pfirsichfarbenen Rosen sowie einer großen rot-grünen Schleife nieder und hielt eine Schweigeminute für die Opfer ab.(apa/dpa)