Rechtzeitig vor den Osterferien erhöht Kroatien die Mautgebühren. Die staatliche Autobahngesellschaft HAC (Hrvatske Autoceste) hebt die Gebühren für ihre Strecken ab 3. April um 5 Prozent. In der Sommersaison kann die Maut um 10 Prozent angehoben werden, berichteten die Medien. Für die Strecke Zagreb-Split steigt die Abgabe von 174 Kuna (23,4 Euro) auf 181 Kuna (24,4 Euro).

Die Sommerpreise werden sowohl für die 925 Kilometer HAC-Autobahnen gelten wie für die Strecke zwischen Zagreb und Rijeka, die von der ebenfalls staatlichen ARZ betrieben wird.

Mit der Verteuerung werden die Mautpreise der beiden staatlichen Autobahnbetreiber vereinheitlicht, sie bleiben jedoch laut Verkehrsminister Oleg Butkovic nach wie vor um 15 Prozent unter den Preisen der privaten Konzessionäre in Istrien und im Nordwesten des Landes.

Mit der Erhöhung der Maut wird die Umstrukturierung der hoch verschuldeten staatlichen Autobahnbetreiber eingeleitet. Nach den Worten des Verkehrsministers ist eine Reform notwendig, nachdem die Regierung eine Privatisierung oder Konzessionsvergabe abgelehnt hat.

Der kroatische Straßensektor leidet unter der Unfähigkeit, die Kredite abzuzahlen. Die Gesamtverschuldung beträgt laut dem Verkehrsminister 5,2 Mrd. Euro, davon werden heuer 1,14 Mrd. Euro fällig. Die Gesamtschulden dieses Sektors sind für 13,5 Prozent der kroatischen Staatsschulden verantwortlich. "Mit den bestehenden Einnahmen, die im Vorjahr um 7 Prozent gestiegen sind, kann man die Kreditverbindlichkeiten in den nächsten fünf Jahren nicht abzahlen", sagte Butkovic am Donnerstag.

Die Reform der staatlichen Autobahnbetreiber, die mit 1.065 Kilometer zusammen den Großteil der kroatischen Autobahnen betreiben, soll bis 2020 dauern. In diesem Prozess wird man laut dem Minister neben der Verteuerung der Maut auch Jobs streichen müssen, in diesem Jahr rund 120. Bis Ende der Reform bzw. spätestens 2021 soll dann die Mauteinhebung automatisiert werden.