Durch die anhaltende Dürre kommt es in ganz Europa immer öfter zu Waldbränden. Aktuell brennen in Schweden, Spanien und Griechenland riesige Waldflächen.

Seit Wochen versuchen Einsatzkräfte in Schweden mehr als 70 Waldbrände in den Griff zu bekommen. Es handel sich um die verheerendsten Feuer seit Jahrzehnten. Montagmogen entspannte sich die Lage erstmals. Die Notrufzentrale meldete noch 27 Feuer im ganzen Land.

Die vier größten - wenige hundert Kilometer nördlich von Stockholm - wüten allerdings noch immer.Sie sind außer Kontrolle, die Rettungskräfte arbeiten nur noch daran, dass sie sich nicht weiter ausbreiten.

Dafür schlagen sie beispielsweise Schneisen oder brennen Felder kontrolliert ab, damit das Feuer keine Nahrung mehr findet. Die Löscharbeiten sind nicht ungefährlich. Am Sonntagabend mussten vier Feuerwehrleute per Helikopter gerettet werden, weil sie von einem plötzlich wachsenden Feuer eingeschlossen wurden.

"Einer der schwersten Brände in der Geschichte"

Die EU Kommission hat am Montag in Brüssel einen neuen Höchststand an Unterstützung für Schweden vermeldet. Bis dato seien sieben Löschflugzeuge, sieben Hubschrauber und über 340 Helfer aus Österreich, Italien, Frankreich,Deutschland, Litauen, Dänemark, Portugal und Polen durch das EU Katastrophenschutzverfahren bereitgestellt worden. "Wie arbeiten rund um die Uhr, um Schweden zu helfen. Das ist unsere Pflicht in einem Europa, das schützt und nah an den Bürgern ist", betonte der Kommissar für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz Christos Stylianides.

Auch in der spanischen Exklave Ceuta wütet seit Sonntag ein schwerer Waldbrand. Die Flammen würden durch starken Wind immer wieder angefacht, berichtete das Portal "El Faro de Ceuta" am Montag unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Es sei bereits das zweite große Feuer in der Region innerhalb von wenigen Tagen. Mehrere Häuser hätten evakuiert werden müssen.

Neben Feuerwehr und Polizei war auch das Militär im Einsatz. "Ceuta erlebt einen der schwersten Brände seiner Geschichte", twitterten die spanischen Landstreitkräfte. Lokale Mediensprachen von "einem Alptraum" und "einer Katastrophe".

Dicke Rauchwolken in Athen

Von starker Dürre und lodernden Wäldern bleibt auch Griechenland nicht verschont. Bei extremer Trockenheit und starken Winden ist am Montag ein Waldbrand nahe der griechischen Ferienortschaft Kinetta außer Kontrolle geraten. Der Brand ist so groß, dass dicke Rauchwolken das rund 40 Kilometer östlich gelegene Athen erreichten und die Sonne verdunkelten. Viele Einwohner flüchteten in Panik aus ihren Häusern.

Die Feuerwehr versuchte auch mit Löschflugzeugen die Flammen unter Kontrolle zu bringen, was zunächst aber nicht gelang, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Zurzeit herrschen in Griechenland Temperaturen um die 40 Grad.

Eu rüstet sich für zukünftige Katastrophen

Die Feuer in Europa zeigten, dass der Klimawandel real und kein Land dagegen immun sei, so Stylianides. Daher habe die Kommission vorgeschlagen, das EU Krisenreaktionsinstrument für den Katastrophenschutz zu stärken, damit die EU-Staaten im Ernstfall besser gerüstet seien.