Madrid/Berlin/Oslo. Den Rekord hat 1977 die griechische Hauptstadt Athen aufgestellt. Dort wurden im Jahr 1977 exakt 48 Grad im Schatten gemessen. Doch an diesem Wochenende könnte es in Europa erstmals noch heißer werden. Denn der iberischen Halbinsel steht eine extreme Hitzewelle bevor. "Besonders in den portugiesischen Distrikten Beja, Evora und Portalegre wird es extrem heiß", sagte Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer am Freitag. "Aus heutiger Sicht liegen die Höchstwerte hier sowie in den spanischen Provinzen Andalusien und Extremadura verbreitet um 45 Grad, lokal sind bis zu 48 Grad möglich."

Verantwortlich für die extreme Hitze ist das Zusammenspiel zwischen einem kräftigen Hochdruckgebiet über Spanien und einem Tief über dem Ostatlantik. "Diese beiden Drucksysteme schaufeln heiße Luft direkt aus der Sahara in Marokko und Algerien nach Spanien und Portugal", sagte Spatzierer. Da die Luft von Nordafrika zur iberischen Halbinsel nur eine kurze Distanz zurücklegen muss, kühlt sie selbst über dem Meer kaum ab.

Die Behörden in den beiden Urlaubsländern haben für die betroffenen Regionen bereits Hitzewarnungen ausgegeben und die Bevölkerung aufgefordert, die Zeit in der Sonne möglichst kurz zu halten. Zudem wurden auch die Feuerwehren in den besonders heißen Gegenden in Alarmbereitschaft versetzt, um möglichst schnell auf ausbrechende Waldbrände reagieren zu können.

Unter der Hitze stöhnen derzeit allerdings nicht nur Spanien und Portugal. In Paris versuchten Touristen sogar, Abkühlung in den Springbrunnen vor dem Louvre zu finden, in Deutschland verteilte die Deutsche Bahn gratis Wasser an Passagiere, deren Züge Verspätung hatten.

Ungewöhnliche Hitze gibt es selbst im hohen Norden. So wurden am Mittwoch in der norwegischen Region Finnmark, die bereits zur Gänze nördlich des Polarkreises liegt, 31,2 Grad gemessen. Die hohen Temperaturen sorgen dabei für ungewohnte Gefahren. Denn um zumindest ein bisschen Abkühlung zu finden, wagen sich schwitzende Rentiere immer wieder in Straßentunnel und legen sich dort neben den Leitschienen auf den Boden. Obwohl die Straßen wenig befahren sind, kommt es immer wieder zu Unfällen. So wurden in den vergangenen drei Wochen schon mehrere Rentiere angefahren.