Bayreuth. Im Mordfall Peggy hat es ein Teilgeständnis gegeben. Ein 41 Jahre alter Mann habe gestanden, die Leiche des neunjährigen Mädchens im Jahr 2001 in ein Waldstück in Thüringen gebracht und vergraben zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Bayreuth mit. Mit dem Mord will der Tatverdächtige aber nichts zu tun haben.

Der Tatverdächtige habe angegeben, die Leiche von einem ihm namentlich bekannten Mann übernommen zu haben. Das Mädchen habe leblos in einem Bushäuschen in ihrem Heimatort Lichtenberg gelegen. Er habe nach eigenen Angaben noch versucht, das Kind wiederzubeleben. Die Polizei wollte keine Angaben dazu machen, wer die Leiche an den Mann übergeben haben soll.

Der Leiter der Sonderkommission zu dem Mordfall bei der Polizei, Uwe Ebner, sagte, die Ermittler seien überzeugt, nun den Mann gefunden zu haben, der das Kind in einem Waldstück in Thüringen gebracht habe. Dort waren die sterblichen Überreste im Jahr 2016 zufällig von einem Pilzsammler entdeckt worden.

Die Ermittler hatten im Laufe der Jahre aber schon mehrere Verdächtige im Visier. Der deutschlandweit bekannteste Fall ist der eines geistig Behinderten, den ein Gericht 2004 als Mörder von Peggy verurteilte. Zehn Jahre später wurde er freigesprochen.

Am Fundort von Peggys Skelett hatten die Ermittler auch DNA des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt. Später stellte sich jedoch heraus, dass eine Verunreinigung eines Geräts der Spurensicherung der Grund dafür war. Eine Täterschaft des NSU-Mitglieds ist nach Angaben der Ermittler auszuschließen.

Im vergangenen Jahr hatte sich eine Gruppe von Bürgern aus Lichtenberg mit einem "Hilferuf" an die Öffentlichkeit gewandt. Darin warfen die elf Unterzeichner den Ermittlungsbehörden gravierende Fehler und Schlamperei vor.