Die Mündung des Rheins in den Bodensee verändert sich. Seit dem Hochsommer ist etwa 300 Meter nach dem Ende der Vorstreckungsdämme eine Sandinsel sichtbar geworden. Die Hochwassersicherheit ist nicht beeinträchtigt, versicherte Österreichs Rheinbauleiter Matthias Speckle.

Speckle nannte die Insel ein Indiz für eine beginnende Bildung eines Mündungsdeltas.

Der Rhein transportiert jährlich zwischen zwei und drei Millionen Kubikmeter an Feststoffen in den Bodensee. Die daraus resultierende Verlandung hat unter anderem dazu geführt, dass die Mündung des Rheins in den vergangenen Jahrzehnten durch eine Kanalisierung des Flusses innerhalb von Dämmen kilometerweit in den Bodensee hinausgeschoben wurde.

Die Insel sei auch deshalb entstanden, weil es heuer kein Hochwasser gegeben habe, sagte Speckle. "Es handelt sich um natürliche Ablagerungen an einer Flussmündung in einen See, wie sie vielerorts in den Alpen im Zuge eines fortschreitenden Verlandungsprozesses vorkommen", betonte der Rheinbauleiter. Sichtbar geworden sei die Insel aufgrund des ungewöhnlich niedrigen Seewasserstands.

Der Bodenseepegel liegt in Bregenz aktuell bei 287 Zentimeter und damit um knapp 60 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt.

In Sachen Hochwassersicherheit wies Speckle darauf hin, dass auf der rechten Seite der Insel eine Tiefenrinne bestehe, die den erforderlichen Abfluss mehr als sicherstelle. Die Insel sei aber auch Beweis dafür, dass sich am Ende der Vorstreckungsdämme ein Mündungsdelta bilde.

Im Auftrag der Internationalen Rheinregulierung läuft bereits eine Studie über die mögliche künftige Entwicklung der Mündung des Rheins. Die Veränderung des Rhein-Deltas wird bereits seit 1911 periodisch vermessen.