Die von Hellfruchtigkeit, Frische und Spannungsgeladenheit geprägten Gewächse des Traisentaler Winzers Markus Huber werden allesamt dem Herkunftscharakter in hohem Maße gerecht. - © Manfred Klimek
Die von Hellfruchtigkeit, Frische und Spannungsgeladenheit geprägten Gewächse des Traisentaler Winzers Markus Huber werden allesamt dem Herkunftscharakter in hohem Maße gerecht. - © Manfred Klimek

Mit 815 Hektar Rebfläche ist das 60 Kilometer westlich von Wien gelegene Traisental eines der kleinsten Weinbaugebietes des Landes. Gegen Ende des vorigen Jahrtausends hat die Region in weinbaulicher Hinsicht noch einen recht verschlafenen Eindruck gemacht. Seither hat Markus Huber nicht wenig dazu beigetragen, dass der Landstrich rund um Herzogenburg und Traismauer im kollektiven Bewusstsein der austriakischen Weinszene mit Grünem Veltliner und Riesling auf Top-Niveau konnotiert wird. Und darüber hinaus hat er es sogar geschafft, den Traisentaler Wein in Bereichen der US-Gastronomie und weiterer Länder bekannt zu machen.

Als Markus Huber im Jahr 1998 die Klosterneuburger Weinbauschule abgeschlossen hatte, war der elterliche Betrieb in Reichersdorf noch eine gemischte Landwirtschaft mit einem vergleichsweise kleinen Weinbauanteil in der Größenordung von vier Hektar Rebfläche gewesen, eine wichtige Einnahmequelle stellte der Heurigenbetrieb dar. Niederösterreich hatte damals eine gewisse Umstrukturierung erfahren, zumal die Weinbaupolitik mit ihren Förderungsmaßnahmen die Auspflanzung von Rotweinsorten initiiert hatte.

Nach Absolvierung der Weinbauschule war Markus Huber zunächst ein Wandler zwischen den Welten gewesen: Daheim wirkte er tatkräftig im elterlichen Betrieb mit, zwischendurch zog es ihn in die Ferne. In den Jahren 1999 und 2000 machte er Erfahrungen als Praktikant in südafrikanischen Weingütern. Aus der Entfernung sah er plötzlich auch die Dinge zu Hause viel klarer. "In dem Land, in dem rote Gewächse viel besser funktionieren als Weißweine, bin ich mir bewusst geworden, dass es völlig verkehrt ist, wenn wir zu Hause im Traisental mit unserem vergleichsweise kühlen Klima den Rotwein forcieren."

Als er im Jahr 2000 begann, die Geschicke des Familienbetriebes zu bestimmen, schwor er dem Rotweinboom ab und konzentrierte sich mit Grüner Veltliner und Riesling auf die wirklichen Stärken des Gebiets. Gleich mit seiner ersten eigenständigen Ernte konnte der damalige Jungspund beachtliche Erfolge einfahren: Mit seinem Grünen Veltliner aus der Lage Obere Steigen wurde er sowohl zum Landessieger als auch zum Salonsieger gekürt. Mit dem Wein aus derselben Lage setzte er mit einem 3. Platz beim Grüner Veltliner Grand Prix des Falstaff Verlages gleich noch eines drauf.  Mit einer Serie von Erfolgen war der junge Traisentaler wie aus dem Nichts als "Shootingstar" bekannt geworden, wenig später (2004) wurde er im britischen Weinmagazin "Decanter" sogar als "The Wunderkind" bezeichnet.