Pralinen sind eine süße Sünde. Was aber sind Luxuspralinen? Wie unterscheiden sie sich von der "pralina communis" - der gemeinen, gewöhnlichen Praline?

Die Antwort ist ganz einfach: Sie, die Königin unter den Pralinen, wird handgemacht! Vom süßen Inneren bis zum reizvollen Außendekor. Schon die Verpackung ist die reinste Verführung, dem Wert des Inhalts entsprechend oder ihn manchmal sogar übertreffend.

Die Praline mit Pepp

Vor gut neun Jahren hatten Werner Meisinger und seine Frau Ramona Mahr die Idee, die Wiener und natürlich besonders die Wienerinnen mit hochwertigen Schokoladeprodukten aus der ganzen Welt zu verwöhnen, und kreierten die Marke "Xocolat". Dann dauerte es nicht mehr lange, bis sie auf Eigenproduktion umstiegen. Er brachte aus seiner Tätigkeit als Gourmetjournalist das Knowhow, sie das Gespür für die richtige Verpackung und Dekoration mit.
Mit feschem Strohhut, schwarzem Pullover und eleganter Hose ähnelt Werner Meisinger eher dem französischen Schauspieler Maurice Chevalier als einem – ja wie soll ich ihn nennen? – Konditor, Chocolatier, Confiseur. Mir würde ganz besonders der Name "Pralineur" gefallen. Aber vielleicht nicht ihm. In diesem eleganten Outfit steht also Werner Meisinger mitten unter seinen Mitarbeitern und formt aus einer himbeerrosa Masse gleich große Kugeln.
"Unsere Pralinenpalette ist sehr groß. Mit circa 60-70 verschiedenen Sorten, je nach Saison, befriedigen wir den Gaumen jedes Pralinengourmets", meint Maurice Chevalier alias Werner Meisinger mit berechtigtem Stolz. "Alles begann mit der Entdeckung der Ganache", erzählt er genussvoll wie ein Märchenonkel. "Ein lustiges Wort, klingt nach Chaos, muss ich mir merken", meine ich etwas ratlos. "Im Französischen heißt das ‚Vollidiot‘. In einer alten Pariser Schokoladenmanufaktur schüttete eines Tages ein armer Tropf einen Topf mit heißem Schlagobers über die Schokolade. Der Chef brüllte ihn zornig an: Du Ganache! Denn damals war es streng verpönt, Wasser und Schokolade zu vermengen. Und Obers enthält ja Wasser. Der Ganache hatte aber die wichtigste Entdeckung für die Pralinenproduktion gemacht. Wenn man heißes Obers mit Schokolade lange rührt, erhält man die Grundlage für jede Pralinenfüllung, die seitdem nach dem Vollidiot benannt wird."
Ich darf mich durchkosten: Praline mit Cassis, Praline mit Marille, Praline mit Yuzu – schon wieder ein neues Wort. Klingt lustig, schmeckt nach süßer Zitrone. Der Hit der Wintersaison sind die "Marillenknödel-Pralinen" mit gerösteten Semmelbröseln obenauf. Am Ende weiß ich auch den wichtigsten Unterschied zwischen pralina communis und pralina lussuosa: Letztere hält gut gekühlt maximal vier Monate. Die communis ist robuster, sie bleibt bis zu eineinhalb Jahre frisch. "Luxuspralinen sind das ideale Geschenk. Sie müssen nicht abgestaubt werden", gibt mir Werner Meisinger zum Abschied als Idee mit.