Von Österreich aus kann man natürlich den Flieger nach Paris nehmen, von hier aus mit dem TGV von Paris nach Nantes fahren und dann mit der Fähre vom Hafenort Fromentine aus in knapp 30 Minuten die Insel Ile d’Yeu erreichen. Oder aber man geht die Reise Richtung Atlantik ganz anders an.
Der Weg ist das Ziel und es gibt es immer wieder gute Gründe anzuhalten.

Zum Beispiel auf der Insel Noirmoutier. Dieser fingerähnliche Landstrich ist seit 1971 durch eine 500 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden. Bei Ebbe kann man die Insel auch über den vier Kilometer langen "Passage du Gois" (der je nach Gezeiten zweimal pro Tag zugänglich ist) erreichen. Seine Überquerung ist auch schon eine Reise für sich, die einem wahren Initiationsritus gleicht. Zu beiden Seiten der Chaussee warten bunt gemischt Herzmuscheln und Venusmuscheln auf Sammler.

Am besten mit Fahrrad

Das Fahrrad ist sicher das beste Mittel, um alle Facetten der Insel kennenzulernen: mehr als 80 Kilometer Radwege, 50 Kilometer Wanderwege zwischen Dünenmassiven, Pinienwäldern, Salzgärten, Deichen und nicht enden wollenden Sandstränden. Insgesamt gibt es auf der ganzen Insel 25 Hotels, im Hauptort Noirmoutier (strategisch günstig gelegen, wenn man nur ein paar Tage bleibt) bietet sich das schmucke Hotel "L'île o château" als Absteige an. Es besticht durch die zentrale Lage zu Füßen der Burg, einen geheizten Pool und Poolbar, eine gutbestückte Bibliothek mit Gesellschaftsspielen und natürlich einen hauseigenen Fahrradverleih.

Die Insel kann man mit dem Rad direkt vom Hotel aus erkunden: an der Mole Jacobsen, vorbei an Salzgärten (aus Noirmoutier stammt das berühmte Fleur de Sel,) und dem Pinienwald Bois de la Chaise mit herrschaftlichen Villen aus dem 19. Jahrhundert, die vom Beginn der Sommerfrische zeugen, bis zur Plage des Dames. Die hübschen weißen Badehütten sind heute Kulturgut der Insel. Weiter geht es dann bis zum idyllischen Fischerdorf Le Vieil im nördlichen Zipfel der Insel mit seinen puppenhausähnlichen Fischerhäusern, wo heute viele Pariser ein Feriendomizil besitzen. Über Gemüsefelder (hier wird die berühmte Frühkartoffel Bonnotte angebaut) und vorbei an Salzgärten gelangt man wieder zurück ins Ortszentrum. Am Ende der 19 Kilometer langen Entdeckungsreise wartet das "Caramel au beurre salé"-Eis aus dem Salon Tutti Frutti in der Grande Rue – so schmeckt Nourmoutier!