Die erste Darstellung eines abstrahiert anmutenden Feuers, das einen Baum oder Strauch verzehrt, befindet sich in der steinzeitlichen Höhle Chauvet in Zentralfrankreich. Die in dieser Höhle tätigen Künstler haben etwa 30.000 vor unserer Zeitrechnung zu einem großen Teil Tiere in verschiedenen Farben an die Wand gezeichnet, auch geritzt, doch dieser Wandabschnitt zeigt ein wirres, rot loderndes Bündel, über dem sich ein rotes Kreuz erhebt, das noch nichts mit christlicher Leidenssymbolik zu tun hat. Es ist wohl Zeichen für eine Wegkreuzung, damit auch Himmelsrichtung, kann daher auch kosmische Bedeutung haben. Der brennende Busch darunter bleibt reine Vermutung, da es bekanntlich auch innere Seelen-Feuer gibt. Feuer war immer notwendig für den Menschen, aber auch gefürchtet.

 
In der Antike sind Bildbeschreibungen mit Bränden auf verlorenen Bildern erhalten, die spätantike Buchmalerei, etwa die "Wiener Genesis", zeigen das in einem Nachklang. Es hat wohl eine relativ illusionistische Darstellung der Dunkelheit existiert, zumindest dunkelblaue Farbe des Himmels, durch den sich Feuer und Lichter im Kontrast abzeichneten. In vielen Kulturen enthalten die Kosmogonien eine Vorstellung von einer Unterwelt, in der Tote ein meist freudloses Dasein führen, nachdem sie in die Erde zurückkehren.

Zuweilen haben sie in der unterirdischen Geografie Aufgaben zu erfüllen, bei den alten Ägyptern wird das Herz und nicht die Seele gewogen und es existiert ein Feuersee für Bestrafungen, eine verkehrte Welt ist das erstmals, voll Dämonen wie im alten Orient, wo an der Schwelle zur Unterwelt gefährliche Mischwesen lauern. Nächtliche Ängste wurden durch Himmelszeichen wie Kometen oder Sonnen- und Mondfinsternis geschürt, die Wiederkehr der Toten gefürchtet.

Fantastische Anregungen aus der Bibel

Einzigartig feurig ist die Darstellung einer Hölle im christlichen Glauben wie sie ab dem 13. Jahrhundert durch die Bettelorden propagandistisch als Schreckensbild für Abtrünnige verbreitet wurde, denn das bot besondere malerische Phänomene für die Künstler an. Fantastische Anregungen kamen aus der Bibel, den apokalyptischen Schilderungen, in denen es nicht nur Feuer für Bestrafungen des Körpers, sondern auch Feuer speiende Drachen und Teufel gibt. Untergang von Städten wie Sodom und Gomorrha samt der Geschichte von Lot werden bereichert durch die berühmte "Divina Commedia" des italienischen Dichters Dante Alighieri und seiner genauen Beschreibung des Aufenthalts der Sünder im Inferno.