Das Café-Restaurant Landia in der Ahornergasse – von der Neubaugasse aus über einen Hausdurchgang erreichbar – ist ein Lokal mit recht eigenständigem Charakter. Während es von außen betrachtet etwas nüchtern, ja geradezu beliebig wirkt, ist dessen Innenleben kunterbunt und zugleich heimelig gestaltet. Die auf Regalbrettern dargebotenen Bücher suggerieren wohltuende Verlangsamung. Gleich daneben gibt es Stellagen, wo eine ansehnliche Anzahl Bouteillen, gefüllt mit edlem Rebensaft, präsentiert wird.

An jedem ersten Freitag im Monat versammelt sich hier eine Runde von Vegetariern – die meisten von ihnen sind "Veganer" (die auch keine Fische, Eier und Milchprodukte zu sich nehmen) –, um gemeinschaftlich dem Bacchus zu huldigen. Betreut werden die Veranstaltungen von Erwin Lengauer, seines Zeichens Philosoph an der Universität Wien mit Forschungsschwerpunkt Bio-Ethik, unter Assistenz von Martina Sordian von den Global 2000 Biowinzern.

Ins Glas kommen bei solchen Treffen ausschließlich "vegane Weine", bei denen sichergestellt ist, dass keine tierischen Bestandteile mit dem kostbaren Nass in Berührung kamen. Was nämlich viele Weintrinker nicht wissen: Schon zu Zeiten der Habsburgermonarchie, und zum Teil auch heute noch, kommen bei der sogenannten Weinschönung auch organische Mittel aus Hühnerei-, Kuhmilch- oder Fischprotein (Hausenblase) zum Einsatz. Seinerzeit wurden Weine zwecks Klärung von Trübanteilen sogar mit frischem Rinderblut geschönt, was aber heute praktisch nicht mehr vorkommt.

Wenn also Erwin Lengauer für die Verkostungen Weine auswählt, so achtet er strikt darauf, dass diese maximal mit mineralischen Klärungsmitteln geschönt wurden. Noch lieber ist es ihm, wenn Winzer bei ihren Weinen gänzlich ohne Schönungsmittel auskommen und durch einfühlsame Vorgehensweise dennoch glockenklare Tröpfchen zusammenbringen.

Viele der Weine bezieht Lengauer über Riegel, den größten Bioweinhändler Europas. Ein Teil der Rebensäfte kommt über den Weinhändler Delinat, dessen hochwertige "WeinLese"-Fachzeitschrift im "Landia" aufliegt. Beide Handelsunternehmen weisen am Flaschenetikett – und online – aus, in welchen Fällen es sich um vegane Weine handelt. Im Falle von sonstigen Einkäufen stellt Lengauer durch Recherche direkt bei den Erzeugern sicher, dass die Gewächse vegan sind.