Wien. Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) mischt am Wochenende die Karten neu. Eine Neuwahl der Gremien am Samstag wird auch einen neuen Präsidenten der Muslime-Vertretung bringen. Der derzeitige Amtsinhaber Ibrahim Olgun tritt nicht mehr an. Vorangegangen war dem Neuwahlbeschluss nach nur zweieinhalb Jahren ein Streit über geschlossene Moscheen. Profitieren dürften die Kritiker Olguns.

Als Olguns Nachfolger wird Rechtsanwalt Ümit Vural, derzeit Vorsitzender des Schurarats, gehandelt. Er hatte auch den Neuwahlbeschluss im Schurarat - dem Parlament der Glaubensvertretung - forciert. Nach derzeitigem Stand steht IGGÖ-Vizepräsident Abdi Tasdögen für kein Amt zur Verfügung. Dieser hatte die derzeitige Führung scharf kritisiert. Auslöser war die vorläufige Schließung mehrerer Moscheen durch das Kultusamt.

Rivalität zwischen Atib und Islamischer Föderation


Hinter den offiziellen Aussagen steht aber auch ein Machtkampf, der die IGGÖ seit Jahren prägt: jener zwischen zwei türkischen Vereinen und Moscheenbetreibern. Olgun steht Atib nahe, Tasdögen sowie Favorit Vural der Islamischen Föderation, die zur türkisch-nationalistischen Bewegung Milli Görüs gehört. In einer Stellungnahme hatte Vizepräsident Tasdögen Olgun vorgeworfen, die Moscheen-Schließungen mit einer Anzeige beim Kultusamt veranlasst zu haben. Olgun zeigte sich enttäuscht und will keine hohe Funktion mehr einnehmen.