Angespannte Lage auch in Ybbstaler Alpen

Auch in den Ybbstaler Alpen ist die Lage weiter angespannt. Weiterer Neuschnee sorgt für einen Anstieg der Lawinengefahr auf "sehr groß". Die höchste Warnstufe 5 werde am Mittwoch erreicht, teilte der Lawinenwarndienst Niederösterreich am Dienstagabend mit.

In der Rax-Schneeberggruppe herrscht dem Warndienst zufolge weiterhin große Lawinengefahr (Stufe 4), ansonsten wird sie mit erheblich (Stufe 3) bewertet. "Mit den enormen Schneemengen sind spontane Entladungen in Form von trockenen Schneebrett- und Lockerschneelawinen aus den Hochlagen zu erwarten, die in tiefere Schichten durchreißen und somit große bzw. sehr große Ausmaße annehmen können", wurde im aktuellen Lagebericht betont. "Zudem ist auch in tieferen und mittleren Lagen mit spontanen Lawinen aus sehr steilen Hangbereichen zu rechnen."

Im Tourenbereich gestalte sich die Situation "weiterhin überaus heikel, mit Sturm und Neuschnee finden sich in sämtlichen Expositionen frische Triebschneepakete, selbst bis in bewaldete Bereiche herab". Eine Schneebrettauslösung sei durch die Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers "möglich bis wahrscheinlich", so der Lawinenwarndienst.

Weitere Schneefälle vorhergesagt

Während Feuerwehr, Bergrettung, Straßendienst und Bundesheer am Dienstag in den betroffenen Gebieten angesichts abgeschnittener Ortschaften, gesperrter Straßen, vermisster Wintersportler oder der anhaltenden Lawinengefahr im Dauereinsatz standen, wurden weitere starke Schneefälle vorhergesagt. Zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Tagen gab die ZAMG die höchste Warnstufe (rot) aus.

Bis Donnerstag waren an der Nordseite der Alpen verbreitet 20 bis 60 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, auf den Bergen auch mehr als ein Meter, so ZAMG-Meteorologe Alexander Ohms. "Das gilt vor allem für Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg, die nördliche Obersteiermark, die Oberösterreichischen Voralpen und das Mostviertel. Außerdem weht zeitweise kräftiger, auf den Bergen teils auch stürmischer, Wind aus West bis Nordwest."

Wegen der Gefahr von Lawinen und umstürzender Bäume waren im ganzen Bundesland Salzburg weiterhin zahlreiche Straßen gesperrt. Über den Tag waren aber zumindest zeitweise wieder alle Gemeinden erreichbar. Bei Abtenau nutzten am Dienstag fünf Skifahrer ein kurzes Wetterfenster, um selbstständig aus einer eingeschneiten Berghütte abzufahren, auf der sie seit Tagen festsaßen. In St. Koloman hatte die Bergrettung bereits am Montagabend elf Touristen befreit, die ohne Strom und bei zu Neige gehenden Vorräten vom Schnee eingeschlossen waren.