Österreich-weit. Der Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien, Matthias Cernusca, der auch Vizepräsident der Bergrettung Österreich ist, hat im Zusammenhang mit der angespannten Lawinensituation am Dienstag eindringlich gewarnt. Unternehmungen im alpinen Gelände sollten generell vermieden werden, teilte er mit.

"In Niederösterreichs Bergen herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 4", erinnerte Cernusca. Gleichzeitig verwies er darauf, dass in den kommenden Tagen sogar "mit der Anhebung auf die höchste Gefahrenstufe 5 zu rechnen" sei. Wenn überhaupt, sollten somit Unternehmungen im alpinen Gelände nur dort durchgeführt werden, "wo dies anhand der Gefahrenstufe vertretbar ist". Unerfahrene Sportler sollten sich keinesfalls außerhalb des gesicherten Pistenraumes bewegen.

Cernusca wies auch darauf hin, dass es aufgrund der Gefahrensituation "für die Rettungskräfte äußert schwierig" sei, "im Notfall aktiv eingreifen zu können". Der Selbstschutz der Helfer stehe im Vordergrund. "Auch wir Bergretter sind der Lawinengefahr ausgesetzt und müssen Rettungsaktionen unterbrechen bzw. abbrechen, wenn das Risiko für uns nicht mehr vertretbar ist."

Bundesheer-Soldaten helfen, die Dächer von der Schneelast zu befreien. - © APAweb, LMZ, Franz Neumayr, Leo
Bundesheer-Soldaten helfen, die Dächer von der Schneelast zu befreien. - © APAweb, LMZ, Franz Neumayr, Leo

Höchste Warnstufe in einzelnen Regionen

Für die steirischen Nordalpen wurde Dienstagabend die höchste Lawinenwarnstufe der fünfteiligen Skala ("sehr groß") verhängt. Dies wurde auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des Landeskoordinationsausschusses mitgeteilt. Sowohl die Politikspitzen als auch Meteorologe Alexander Podesser sprachen von einer Vorsichtsmaßnahme. "Das heißt aber nicht, dass Galtür vor der Tür steht", sagte Podesser.

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Lawinenwarnstufen in den BundeslŠndern - Stand 18 Uhr - © APA

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) erklärte nach einer Stunde der Sitzung des Koordinationsausschusses mit den Vertretern aller Einsatzorganisationen, man erwarte bis zum Freitag noch bis zu einem Meter Neuschnee in Teilen der Obersteiermark. "Ich habe mit mehreren Bürgermeistern gesprochen, alle sagen, dass sie derzeit zurecht kommen. Sie sagten aber auch, sag' den Einsatzorganisation ja, dass wir alle sehr dankbar sind." Schützenhöfer erinnerte daran, dass es in der Steiermark in den Jahren 1986 und 2006 schon solche Situationen gegeben hatte: "1986 herrschte Schneekettenpflicht in Graz und in der Herrengasse waren Skilangläufer. Wir wünschen uns als Wintersportland ja oft Schnee, jetzt haben wir ihn." Er wolle daran erinnern, dass Straßensperren eine Vorsichtsmaßnahme seien: "Die Sicherheit hat Vorrang, das ist uns lieber als Verletzte oder gar Tote."