In Vorarlberg ist die Lawinengefahr am Dienstag vorübergehend auf Stufe 3 (erheblich) zurückgegangen, die Verantwortlichen des Landes rüsteten sich aber für die erwartete große Lawinengefahr der Stufe 4 in den nächsten Tagen und schlossen auch das Erreichen der höchsten Lawinengefahr - Stufe 5 - nicht aus. Unerfahrenen wurde von Touren außerhalb des gesicherten Skiraums weiter dringend abgeraten.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) wies in einer Pressekonferenz nachdrücklich auf die getroffenen Vorkehrungen hin. Man sei auf den Ernstfall gut vorbereitet, unter anderem mit einem speziell geschulten Lawineneinsatzzug des Bundesheers mit einer Personenstärke von 40 bis 50 Mann, auch 180 Grundwehrdiener und 160 Polizeischüler stehen zur Verfügung. Der angeforderte Bundesheer-Hubschrauber war aufgrund der Wetterbedingungen bis Dienstagmittag noch nicht in Vorarlberg eingetroffen.

Skifahrer verbrachte Nacht im Freien

Schwere Zwischenfälle aufgrund des Wetters blieben in Vorarlberg unterdessen vorerst aus. Wie am Dienstag bekannt wurde, musste ein 45-jähriger Skifahrer die Nacht auf Montag im Freien verbringen, er kam jedoch unverletzt davon.

In Oberösterreich hat es am Dienstag weiterhin Stromausfälle im Mühlviertel gegeben, der Versorger Linz AG war mit 50 Personen im Einsatz, um die Leitungen so schnell wie möglich zu reparieren. Durch die Wetterlage und abstürzende Äste entstanden aber immer wieder neue Schäden. Etliche Verkehrsverbindungen, auch in die Steiermark via Pötschenpass, Hengstpass und Koppenpass waren wegen drohender Lawinen gesperrt.

In Tirol blieb die Wetter- und Lawinensituation auch am Dienstag kritisch. Die Schneefälle nahmen wieder zu, die Lawinengefahr wurde oberhalb der Waldgrenze weiter mit Stufe 4 der fünfteiligen Skala beurteilt. Mit Neuschnee und starkem Wind würden Anzahl und Größe der Gefahrenstellen im Tagesverlauf noch zunehmen.

Bereits Montagabend war es in Finkenberg im Zillertal zu einem Lawinenabgang auf eine Gemeindestraße gekommen. Die Straße wurde auf einer Länge von rund 100 Meter verlegt. Unter den Schneemassen begraben wurde niemand, nach einer zweistündigen Suchaktion konnte Entwarnung gegeben werden. Eine gute Nachricht gab es indes von der Verkehrsfront: Die Felbertauernstraße in Osttirol wurde Dienstagfrüh vorerst wieder für den Verkehr freigegeben. Die Straße war wegen Lawinengefahr seit Samstag gesperrt.

Anspannung in Niederösterreich

In Niederösterreich war die Lawinensituation am Dienstag angespannt. Großes Risiko (Stufe 4 von 5) herrschte in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet, in den übrigen Bergregionen galt Stufe 3 ("erheblich"). "Die Lawinensituation spitzt sich mit weiteren intensiven Neuschneemengen (speziell in den Ybbstaler Alpen) und anhaltendem Sturm weiter zu!", teilte der Lawinenwarndienst mit.