Wien. Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche ist im vergangenen Jahr merklich gestiegen. Die Diözesen verzeichnen laut vorläufiger Statistik einen Anstieg von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen traten 58.378 Personen aus der Kirche aus (2017: 53.698). Insgesamt gibt es rund 5,05 Millionen Katholiken im Land (2017: 5,11 Millionen).

Die einzelnen Diözesen meldeten laut "Kathpress" unterschiedliche Entwicklungen. Interessant ist, dass die Zahl der Austritte in Gurk-Klagenfurt, wo bis vor einem Jahr der wegen seiner Amtsführung umstrittene Bischof Alois Schwarz residierte, um 16,8 Prozent gestiegen ist. Dessen neue Diözese St. Pölten verzeichnete aber als einzige einen Rückgang bei den Austritten (4,5 Prozent). Mit Stichtag 31. Dezember 2018 wurden aber auch 5133 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen.

Laut der Kirchenstatistik für 2017 ist die Zahl der Taufen mit 48.990 gegenüber 2016 (49.018) leicht gesunken. Bei den Erwachsenentaufen gibt es mit 890 einen deutlichen Anstieg gegenüber 2016 (433). Die Zahl der Priester ist von 3920 auf 3857 leicht gesunken, wobei es einen Anstieg bei ausländischen Priestern gab. Die Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag sind von 451 Millionen (2016) auf 461 Millionen Euro (2017) gestiegen. Gesamteinnahmen von etwas über 609 Millionen Euro standen Aufwendungen von 602 Millionen Euro gegenüber.