Zwei weitere Mitarbeiter des Geldinstituts wurden freigesprochen. Die Schuldsprüche sind noch nicht rechtskräftig, die Freisprüche schon.

Kreidebleich nahm Gerhard Schmid (62), der ehemalige Vorstandsdirektor der Salzburger Sparkasse, das Urteil zur Kenntnis: Fünf Jahre und sechs Monate soll er wegen Untreue hinter Gitter. Klaus Buttenhauser (60), ebenfalls Ex-Vorstandsdirektor-Stellvertreter, und der Kreditbetreuungsreferent Josef K. (59) müssen um vier Monate länger in Haft, weil ihnen auch noch falsche Beweisaussage vor Gericht zur Last gelegt wurde. Die beiden anderen Angeklagten, der Leiter der Sparkassenfiliale Neustadt, Gerhard R. (64), und der damals dort tätige Sachbearbeiter Rudolf S. (56), wurden freigesprochen. Der ehemalige Sparkassen-Vorstandsdirektor Harald Zimmerl (74), seine beiden Stellvertreter Schmid und Buttenhauser sowie der Kreditbetreuungsreferent K. haben nach Ansicht des Gerichts von den illegalen Verrechnungsrädern gewusst und wissentlich beigetragen, rund 25.000 Anleger in einem Ausmaß von mehr als einer Mrd. Schilling (72,7 Mill. Euro, Anm.) zu schädigen.

Der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Hans Rathgeb, brauchte mehr als drei Stunden für die Begründung des Spruches. Alle drei Verurteilten hätten über das Gesamtobligo des Imperiums Bescheid gewusst. Das Bautreuhand-WEB-IMMAG-Konglomerat sei als risikoreich eingestuft worden. Die Manager hätten von der Zahlunsunfähigkeit der Unternehmensgruppe gewusst. Alle drei Verurteilten meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Die Freisprüche begründete Rathgeb damit, dass die beiden keine Kenntnis über die Überweisungsräder gehabt hätten. Auch über die Zusammenhänge des gesamten Imperiums seien die zwei Bankbediensteten nicht informiert gewesen. Gegen die Freisprüche wird Staatsanwalt Tomas Schützenhofer kein Rechtsmittel ergreifen.

Der "Sparkassen-Prozess" ist bereits das dritte Strafverfahren um den Bauskandal, bei dem ein Schaden von rund 167 Mill. Euro entstanden war. Im ersten Prozess wurden im Juni 1999 sechs Manager aus dem Bautreuhand-WEB-IMMAG-Imperium zu Haftstrafen zwischen sechs und neun Jahren verurteilt. Dieses Verfahren ist schon rechtskräftig beendet. Im zweiten Verfahren gab es am im August 2002 zwei Verurteilungen und drei Freisprüche. Der frühere IMMAG-Vorstand Friedrich D. sowie ein pensionierter Wirtschaftsprüfer wurden wegen Untreue verurteilt.