Mürzzuschlag. Der Bau des Westportals des Semmering-Basistunnels am obersteirischen Bahnhof Mürzzuschlag hat am Mittwoch offiziell begonnen: Damit werde nun an allen Bauabschnitten des Tunnels gearbeitet, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä. Insgesamt werden in diesen Abschnitt rund 160 Millionen Euro investiert, wobei das Land Steiermark sowie die Gemeinde Mürzzuschlag bei der Park&Ride-Anlage und beim Vorplatz mitzahlen.

Mit dem westlichsten und letzten Abschnitt wird der Semmering-Basistunnel in die Bergstrecke eingebunden und das Tunnelportal Mürzzuschlag errichtet. Zudem wird der Bahnhof moderner gestaltet, der Vorplatz attraktiver und die Park&Ride-Anlage für 370 Plätze geschaffen. Der Busbahnhof rückt außerdem näher an das Bahnhofsgebäude, beschrieb die ÖBB das Bauvorhaben. Die Park&Ride-Anlage soll bereits 2021 zu nutzen sein, das Bahnhofsgebäude und der -vorplatz werden Ende 2023 fertig sein.

Bahnhof wird barrierefrei

Im Bahnhofsgebäude sollen Kundenbereiche attraktiver werden, der Bahnhof wird barrierefrei und die Wegeleitung wird erneuert. Rund 500 Quadratmeter werden zukünftigen Pächtern zur Verfügung stehen. Besonderes Augenmerk werde beim Umbau auf den Denkmalschutz gelegt: Das äußere Erscheinungsbild wird wieder jenem aus dem frühen 20. Jahrhundert ähneln, hieß es.

Der Vorplatz wird mit Busbuchten, Taxiständen und Kurzparkplätzen geplant. Radfahrer werden direkt am Vorplatz vor dem Hausbahnsteig überdachte Abstellplätze finden. Durch die Errichtung der Park&Ride-Anlage mit E-Ladestationen rücke auch das Südbahnmuseum optisch in den Mittelpunkt.

Umbau erfolgt in rund 100 Bauphasen

Auf der Nordseite des Bahnhofs werden ein Instandhaltungsstützpunkt mit Gleishalle für Geräte zur späteren Tunnelwartung sowie ein eigenes Gleis für einen Rettungszug errichtet. Auch die Büros für jene Mitarbeiter, die für die Instandhaltung der Tunnelstrecke zuständig sind, werden dort untergebracht. Der Gleisbereich wird so adaptiert, dass die Strecke des Semmering-Basistunnels in die bestehende Semmeringstrecke eingebunden wird. Dafür müssen die Gleisanlagen teilweise komplett erneuert werden. Insgesamt werden neun Kilometer Gleise verlegt, 31 Weichen eingebaut und 41.000 Tonnen Schotter benötigt. Der Umbau erfolgt unter laufendem Betrieb und in rund 100 Bauphasen.

Der rund 27 Kilometer lange Semmering-Basistunnel zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag soll ab 2026 Fahrten von Graz nach Wien in weniger als zwei Stunden ermöglichen. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der Güterverkehr auf der neuen Strecke abgewickelt. (apa/kle)