Bozen. Das letzte noch lebende Gründungsmitglied des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS), der aus Schenna bei Meran stammende Sepp Innerhofer, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Befreiungsausschuss Südtirol hatte es sich in den 1960er-Jahren zum Ziel gesetzt, für die Unabhängigkeit Südtirols zu kämpfen.

In der Nacht auf den 30. Jänner 1960 verübte Innerhofer zusammen mit Gesinnungsgenossen einen Anschlag auf das Reiterstandbild des italienischen Faschistenführers Bennito Mussolini, dem "Duce", das vor dem Stromkraftwerk in Waidbruck stand. Innerhofer wurde 1961 nach der Anschlagserie auf Strommasten, die als Herz-Jesu-Nacht in die Geschichte einging, verhaftet.

Folter und Misshandlung

In einem aus dem Gefängnis geschmuggelten Brief an den damaligen Landeshauptmann Silvius Magnago beklagte Innerhofer schwere Folter und Misshandlungen. Er saß drei Jahre im Gefängnis. Bei seiner Entlassung wurden ihm für 35 Jahre die Bürgerrechte aberkannt. Erst im Jahr 2000 durfte er erstmals wieder von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

Innerhofer trat Zeit seines Lebens für das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol ein. Bis ins hohe Alter hielt er Vorträge an Schulen und bei Abendveranstaltungen. Außerdem war er im Südtiroler Heimatbund tätig.