Wien. In einem Wiener Innenstadtlokal soll die "Ibiza-Affäre" ihren Ausgang genommen haben. Eine vermeintliche Oligarchennichte, ihr deutscher Mittelsmann und ein Wiener Anwalt seien mit ihm dort in Kontakt getreten, erzählte der nunmehrige Ex-Politiker Johann Gudenus dem "Kurier".

Nun ist der Mittelsmann angeblich identifiziert: Ein Wiener Sicherheitsberater, der als geschäftsführender Gesellschafter einer Detektei in München firmierte, soll geholfen haben, die "Ibiza-Affäre" einzufädeln. Das berichteten mehrere Medien am Mittwoch. Er soll den Begleiter der vermeintlichen russischen Oligarchin gemimt und die Operation federführend geplant und durchgeführt haben.

Der Boulevard-Sender oe24.tv präsentierte einen "Sicherheits-Experten", der von sich behauptete, den Mittelsmann zu kennen und als Spion ausgebildet zu haben. Der Mann sei vorbestraft und auch in einen Fall von Betriebsspionage involviert. Das Video soll für eine Million Euro angeboten worden sein.

Am Donnerstag meldete sich der "Österreichische Detektiv-Verband" mit Kritik zur Causa. Das Vorgehen der Produzenten des Ibiza-Videos sei weder durch ein berechtigtes Interesse der Auftraggeber gedeckt noch im Rahmen der ethischen Grundsätze seriöser Detektive, so die Vereinigung von drei Dutzend Berufsdetektiven.

Die Justiz beschäftigt sich schon seit Anfang der Woche mit dem Video. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde beauftragt, alle Informationen zu dem Video zu sammeln. Es läuft eine Prüfung des Anfangsverdachts.

Der Mittelsmann sei ein guter Bekannter des Wiener Anwalts gewesen, der laut dem ehemaligen FPÖ-Politiker Johann Gudenus die Identität der vermeintlichen Oligarchen-Nichte bestätigt und das erste Treffen eingefädelt hat.