Salzburg. Autofahrerorganisationen und Exekutive warnen vor Staus bei der Rückreise nach dem verlängerten Fronleichnams-Wochenende. Das gilt besonders auch für den Autobahngrenzübergang auf der Westautobahn (A1) am Salzburger Walserberg, weil im benachbarten Bayern zugleich die langen Pfingstferien zu Ende gehen. Eine Baustelle auf einer Spur soll rechtzeitig bis am Samstag fertig sein, wurde am Fronleichnamstag bei der Autobahngesellschaft Asfinag der "Wiener Zeitung" versichert.

Die notwendige Sanierung der Autobahnspur ist eine späte Folge des Flüchtlingszustroms ab Sommer 2015 nach Österreich und weiter nach Deutschland oder Schweden. Oder besser eine Folge der nach der Flüchtlingswelle verhängten Grenzkontrollen an Österreichs Grenze zu Bayern.

Spurrillen sorgen für Gefahr

Denn die Grenzüberwachung und die verstärkten Kontrollen führten am Walserberg dazu, dass sich Schwerfahrzeuge auf einer Spur auf der Westautobahn zwischen Salzburg und der Grenze stauten. "Durch die im Jahr 2015 am Walserberg aufgenommenen Grenzkontrollen wurde der rechte Fahrstreifen durch Lkw-Staus in den letzten Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Besonders in den heißen Sommermonaten hat der stehende Schwerverkehr auf der Autobahn immer tiefere Spurrillen hinterlassen", führt Asfinag-Projektleiter Nico Hosp als Begründung an.

Nun kann man schon durchatmen. Die Arbeiten auf dem rund 2,5 Kilometer langen Straßenabschnitt vom Knoten Salzburg zur Grenze wurden in zwei Etappen in Angriff genommen. Vor Pfingsten stand die erste Phase ab 2. Juni auf dem Programm. Nach einer Pause war dann seit 16. Juni die zweite Phase im Gang. 750.000 Euro wurden für die Sanierung der tiefen Spurrillen am Walserberg wegen des Schwerverkehrs von der Asfinag locker gemacht.

Auf den dreispurigen Ausbau der Autobahn A 8 von der Grenze am Walserberg nach München müssen die Autofahrer noch warten. Die Berg-und-Tal-Strecke in Bayern nach Rosenheim wird von vielen Österreichern, vor allem auch jenen aus Ostösterreich, zur Fahrt über das sogenannte große deutsche Eck weiter über Kufstein und die Inntalautobahn nach Innsbruck und nach Westösterreich genützt.

Für das knapp 70 Kilometer lange Stück der A 8 von der Grenze am Walserberg bis Rosenheim hatte der deutsche Rechnungshof die Ansicht vertreten, der Bau von Pannenstreifen reiche aus. In Bayern gibt es aber den Wunsch nach je drei Fahrspuren in beiden Richtungen.

Kritik für Tirols Fahrverbote

Das Land Tirol setzte am Mittwoch eine weitere Maßnahme gegen den Transitverkehr. Seit Fronleichnam gelten Fahrverbote auf den Landesstraßen rund um Innsbruck. Die Verbote gelten für alle Fahrzeuge, die nach Italien oder Deutschland wollen, und um Staus im Urlaubsverkehr auszuweichen, durch Tirols Dörfer wollen. Die Fahrverbote gelten an den Wochenenden bis 14. September. Dafür werden aus Sicherheitsgründen nicht die Auf- und Abfahrten an sich gesperrt, aber Straßenabschnitte in unmittelbarer Nähe, damit ein erneutes Auffahren auf die Autobahn wieder möglich ist, heißt es von der Tiroler Verkehrspolizei.

Das Ausweichen soll mithilfe der Navigationsgeräte unterbunden werden. Die schwarz-grüne Landesregierung habe die Fahrverbote an das Innenministerium übermittelt, das Navigationsbetreibern die Verkehrsdaten zur Verfügung stellt. Damit sollen Ausweichmöglichkeiten bei Staus nicht mehr angezeigt werden und der Verkehr auf der Autobahn bleiben.

Von den umliegenden Ländern kam Kritik. Bayern bezeichnete das Fahrverbot als "reine Schikane", Italiens Handelskammer befürchtet einen beträchtlichen Schaden für die italienischen Lkw-Ausfuhren über den Brenner. Der deutsche Autofahrerclub Adac ärgert sich über ein solches "Unding ausgerechnet zur Urlaubszeit, bekundete aber Verständnis dafür, dass Tirol unter dem Transitverkehr leide.