Wien. Die Fluchtmöglichkeiten vor der Hitze werden knapp: In der Nacht auf Mittwoch wurde in zwei Orten in Salzburg und Vorarlberg sogar auf mehr als 1000 Meter Seehöhe eine Tropennacht (Tiefstwert nicht unter 20 Grad) registriert. Und zwar in Kolomansberg in Salzburg mit 22,9 Grad (1113 Meter) und Sulzberg in Vorarlberg mit 22,7 Grad (1018 Meter). Wien könnte am Freitag die dreizehnte Tropennacht im Juni erleben – und somit den Rekord von 2003 übertreffen, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg).

32 Mal wurde eine Tropennacht registriert

In der Nacht auf Mittwoch wurde an 32 von 270 Messstationen der Zamg eine Tropennacht gemessen. Zum Beispiel in Wien (Innere Stadt: Tiefstwert 23,6 Grad), Retz (20,9 Grad), Podersdorf (20,8 Grad) und Linz (20,1 Grad). Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen gesamten meteorologischen Sommer (Juni bis August) zählt die Zamg in Wien Innere Stadt 16 Tropennächte, die Hohe Warte vier und Eisenstadt drei.

Die Top drei der heißesten Sommer des Landes wurden bisher laut Zamg vom Jahr 2003 angeführt, gefolgt von 2015 und 2017. 2018 war der viertheißeste Sommer. Von den 20 wärmsten Sommern der Messgeschichte seit 1767 wurden zwölf nach dem Jahr 2000 registriert. 40 Grad Celsius hatte es in Österreich erst einmal, und zwar 2013.

Wiener flüchten ins Kühle - auch in Einkaufszentren

Viele Wiener flüchten sich daher nicht nur in die Freibäder, sondern auch in klimatisierte Gebäude wie etwa Einkaufszentren. "Das kann ich definitiv bestätigen", sagt Matthias Franta, Center Manager der Shopping City Süd, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Zu Beginn einer Schönwetterperiode blieben die Besucher eher aus, sagt er – sobald es heiß wird, steige deren Zahl aber merklich an. Im vergangenen Jahr habe es in den Sommermonaten ein einstelliges Besucherplus gegeben, so Franta. Positiver Nebeneffekt: Es werde mehr gekauft. "Es ist ein deutliches Frequenzplus zu sehen", heißt es dazu auch von der Millenium City.

Enorme Belastung für den Körper

Die Hitze draußen bedeutet für den menschlichen Körper eine enorme Belastung, weil er seine Temperatur stabil bei 37 Grad Celsius halten muss, damit die Organe funktionieren können. Die Wiener Landessanitätsdirektion hat bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit Expertinnen und Experten einen Leitfaden für medizinische und pflegerische Einrichtungen entwickelt, der hilfreiche Tipps und Anleitung zum Erstellen eigener Hitzemaßnahmenpläne gibt. "Um die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Wien bei der Vorbereitung und Ressourcenplanung für den geänderten pflegerischen Bedarf bei einer Hitzewelle zu unterstützen, hat die Landessanitätsdirektion Wien in Kooperation mit der Zamg ein Warnsystem implementiert, das auf prognostizierten Hitzewellen mit 35 Grad Celsius gefühlter Temperatur über mindestens drei Tage (. . .) aufmerksam macht", heißt es darin.