"Im Gegensatz zum Nationalpark Donau-Auen, der zwischen den Metropolen Wien und Bratislava liegt, haben wir in den Hohen Tauern den Vorteil, dass auch vor den eigentlichen Nationalparkzonen große Wasserschutzgebiete eingerichtet wurden", sagt Lainer. Mit den Bauern, deren Interesse natürlich sei, ihre Almflächen möglichst effizient zu nutzen, sei es nicht immer leicht, sagt der Naturschützer. "So, wie der Betrieb im Tal aussieht, ist es auch auf der Alm: Gibt es im Tal Massenbetrieb, ist es auch auf der Alm so." Wer auf Nachhaltigkeit setzt, tut dies auch auf seiner Alm.

Wasserschutz: Viele Beteiligte

Nicht nur der Hochwasserschutz stellt den Nationalpark Hohe Tauern vor Herausforderungen: Die Wissenschafter und Naturschützer befürchten vor allem durch den Klimawandel rasante negative Veränderungen der Biosphäre.

Laufende und abgeschlossene Gewässermonitoring-Projekte, an denen führende Wissenschafter aus verschiedenen Fachbereichen beteiligt sind, zeigen schon jetzt negative Veränderungen. "An allen Messstandorten konnten steigende Temperaturen der Gewässer nachgewiesen werden", schreiben die Forscher. Zudem verändert sich auch die Artenzusammensetzung in den Gewässern.

Ziel des neuen Projekts ist die Erarbeitung eines Gewässerbehandlungskonzepts für alle noch bestehenden, geschützten Gletscher- und Gebirgsbäche, sagt Lainer. Im Vordergrund stehen dabei hydrologische und ökologische Aspekte, der Aspekt der Almbewirtschaftung wird aber ebenso berücksichtigt wie der Hochwasserschutz, dennoch: "Der Schutzaspekt der Biosphäre hier darf nicht vernachlässigt werden."

Einem integrativen Leitbild, das alle Aspekte zusammenbringt, soll rasch eine Defizit-Analyse und ein Handlungsplan folgen. Lainer: "Die Herausforderung ist, alle Stakeholder einzubinden."

Dieser Bericht erfolgte im Rahmen einer Pressereise des Vereins Nationalparks Austria.