Jene beiden Häftlinge, denen in der Nacht auf den 28. Juni eine spektakuläre Flucht aus der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich geglückt war, sind am Mittwoch in Wien gefasst worden. Das teilte die Landespolizeidirektion Oberösterreich nun mit. Bei der Festnahme seien auch eine Faustfeuerwaffe und zwei gefüllte Magazine gefunden und sichergestellt worden.

Die beiden hatten sich mit Werkzeugen aus einem Gefängnis-Betrieb den Weg in die Freiheit geschlagen. Durch eine 30 mal 20 Zentimeter große Öffnung in der Geschoßdecke gelangte das Duo aus der gemeinsamen Zelle auf das Dach des Anstaltsgebäudes und seilte sich von dort ab.

Daraufhin setzte die Gefängnisleitung diverse Aktionen, um etwa "neuralgische Punkte" zu finden, damit künftig Ausbrüche verhindert werden können. Das Justizministerium hatte die Kontrolle angeordnet. Im Zuge dessen kam es auch zu einer unangekündigten Großrazzia in der Justizanstalt in der Nähe von Steyr. Dabei zeigte sich, was die Insassen verbotenerweise alles horteten. So wurden etwa 45 verbotene Gegenstände sichergestellt. Insgesamt wurden 158 Inhaftierte, 83 Zellen und vier Betriebe durchsucht. Konkret wurden 20 spitze, messerähnliche Gegenstände, acht Werkzeuge, zwei Handys, ein Internet- und vier USB-Sticks, vier unbekannte Substanzen und sechs unerlaubte elektronische Geräte bei der Durchsuchung entdeckt.

Ein Grund für den erfolgreichen Ausbrauch waren laut Justuzministerium die "Vorgaben des Denkmalschutzes", derentwegen die Nordseite des Koventtraktes - das Gefängnis ist in einem früheren Kloster - nicht optimal gesichert werden könne.

Die nun wieder gefassten Häftlinge hatten unter anderem wegen schweren beziehungsweise versuchten schweren Raubs mehrjährige Haftstrafen ausgefasst. Einer hätte noch bis Februar 2027 einsitzen müssen, der zweite bis Mai 2023. Vorzeitige bedingte Entlassungen seien wahrscheinlich gewesen. (apa)