Tiefe Betroffenheit zum Tod Marco Feingolds. - © APAweb / Barbara Gindl
Tiefe Betroffenheit zum Tod Marco Feingolds. - © APAweb / Barbara Gindl

Die Spitzen der Repubklik vom Bundespräsidenten abwärts haben sich am Freitag betroffen über das Ableben von Marco Feingold geäußert. Der Tod des Zeitzeugen und mit 106 Jahren ältesten Holocaus-überlebenden war unmittelbar davo bekannt geworden.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte diesen mit folgenen Worten: "Marko Feingold hat vier Konzentrationslager überlebt: Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald. Er war als Überlebender des Terrors des NS-Regimes ein wichtiger Zeitzeuge und hat sich dieser Aufgabe noch bis ins hohe Alter mit großem Engagement gestellt.
Vor allem die Diskussion mit jungen Menschen war ihm ein besonderes Anliegen. Für die Aufklärung und das Anliegen "Niemals wieder" hat er alles gegeben.
Gleichzeitig hat sich Marko Feingold stets für eine positive Entwicklung unseres Landes in einem friedlichen Europa eingesetzt. Meine Gedanken sind in dieser Zeit bei seiner Familie, der ich mein tiefstes Mitgefühl aussprechen möchte."
"Mit Marko Feingold geht ein beeindruckender Mann von uns, der sich als Zeitzeuge und ältester Holocaust-Überlebender stets dafür eingesetzt hat, dass wir die NS-Gräueltaten niemals vergessen", erinnert Volkspartei-Obmann Sebastian Kurz. Feingold habe als Mahner gegen Faschismus und Antisemitismus Großartiges geleistet. "Österreich hat Marko Feingold viel zu verdanken, nicht zuletzt aufgrund seines langjährigen Einsatzes als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg", so Kurz.
SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda erklärten, "mit Marko Feingold verliert Österreich einen bis zuletzt aktiven und engagierten Zeitzeugen und Mahner, der unschätzbar Wichtiges für unsere Demokratie und die so wichtige Erinnerungsarbeit geleistet hat."
Mit dem Ableben von Marco Feingold verliert Österreich ein immens wichtiges mahnendes Gewissen", zeigte sich Bürgermeister Michael Ludwig betroffen. "Unser Land hat mit ihm einen wichtigen Mahner und Aufklärer, der zeit seines Lebens für das Miteinander eingetreten ist, verloren."
Auch das Rote Kreuz trauert um Marko Feingold. Mehr als 20 Jahre lang förderte er bei Veranstaltungen des Jugendrotkreuzes den interkulturellen Dialog, setzte sich für Versöhnung ein und wurde nicht müde, vor antisemitischem Gedankengut, Hetze und Hass zu warnen. Er untermauerte seine Berichte mit vielen persönlichen Erlebnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus. "Marko Feingold erzählte das selbst Erlebte ohne Verbitterung, Hass oder Anklage, ja manchmal gab er der Groteske sogar eine humorvolle Note, ohne Abwertung des Geschehenen und der involvierten Personen", erinnert sich Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. "Das zeichnet seine Besonderheit aus. Er sprach als Zeuge dieser unvorstellbar grausamen Ereignisse und Erlebnisse aus einer Haltung, die eine innere Aussöhnung mit dem Erlebten durchscheinen ließ. Marko Feingold ist ein Vorbild an Humanität und er wird uns fehlen."