Eine Fußgängerzone in spe: Der vom Times Square nach Norden führende Broadway (links) soll bis zur gut 500 Meter entfernten 47. Straße autofrei werden. Foto: reuters
Eine Fußgängerzone in spe: Der vom Times Square nach Norden führende Broadway (links) soll bis zur gut 500 Meter entfernten 47. Straße autofrei werden. Foto: reuters

Von Mai bis Dezember wird die bekannteste Straße der Stadt nämlich zwischen 42. und 47. Straße für den Autoverkehr gesperrt. Neben dieser gut 500 Meter langen Fußgängerzone, die auch den berühmten Times Square umfasst, ist ein weiterer autofreier Bereich weiter südlich am Herald Square zwischen der 33. und der 35. Straße geplant. Statt Autos und Abgasen soll es dort dann nach europäischem Vorbild Schanigärten, Cappuccino und Grünpflanzen geben.

Geboren hat die Idee Bürgermeister Michael Bloomberg, der die Fußgängerzonen bei entsprechendem Anklang auch nach dem Dezember bestehen lassen will. Derzeit regt sich aber bereits Widerstand bei Taxi-Fahrern und Lieferanten, die trotz der nach wie vor geöffneten Querstraßen Beeinträchtigungen und einen erheblichen Verdienstentgang befürchten.

Viele New Yorker befürchten zudem, dass sich das Verkehrschaos durch die Sperre in die angrenzenden Straßenzüge verlagert und dort noch größer wird. Im Gegensatz dazu hofft man im Büro des Bürgermeisters sogar auf eine Lösung der seit Jahren schwelenden Problematik. Dadurch, dass der diagonal verlaufende Verkehr auf dem Broadway ausgeschaltet wird, könnten nämlich die Ampeln im Rastersystem neu programmiert werden: Statt nur 32 Sekunden steht an gewissen Kreuzungen das Licht dann ganze 53 Sekunden lang auf Grün für den Autoverkehr.

City-Maut wurde Fiasko

Bloomberg, der seit 2001 Bürgermeister ist und derzeit um seine dritte Amtszeit kämpft, war auch schon in der Vergangenheit immer wieder mit Projekten zur Verkehrsberuhigung und zur ökologischen Umgestaltung von New York vorgeprescht. Erfolg war Bloomberg damit freilich nicht überall beschieden. Zwar konnte der 57-jährige Multimilliardär die Pflanzung von hunderttausenden Bäumen auf seiner Habenseite verbuchen, die Einführung einer City-Maut geriet aber durch die Intervention der betroffenen Bezirke zum Fiasko. Auch mit seinem Plan, alle 13.000 Taxis der Stadt bis 2012 durch Hybridfahrzeuge zu ersetzen, scheiterte Bloomberg.

Im Fall der Broadway-Fußgängerzone könnte Bloomberg aber die schiere Notwendigkeit derselben zum Erfolg verhelfen. Seitdem sich der Broadway in den neunziger Jahren vom leicht heruntergekommenen Vergnügungsviertel zur städtischen Erlebniswelt gewandelt hat, schieben sich hier derart viele Menschen über die Gehsteige, dass die Polizei regelmäßig die äußeren Fahrspuren absperren muss, um zu verhindern, dass Fußgänger in den Verkehr gedrückt werden.