Zu den Rednern, die die Veranstaltung eröffneten, gehörte auch der Politiker Hufnagl. "Unter allen Parteien brauchen allein FPÖ und BZÖ die Islamophobie als Lebenselexier", erklärte er. Doch auch "die große konservative Partei hat jüngst dem teuflischen Gedanken der Islamkritik immer mehr Platz eingeräumt". Völlig unverständlich sei die Teilnahme des Brigittenauer ÖVP-Obmanns Wolfgang Aigner an der "islamfeindlichen Demonstration" gegen den Ausbau eines islamischen Kulturzentrums. "Ich schäme mich für dieses Mitglied des Landtags und Gemeinderats", so Hufnagl.

Dass der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll Minarette als "artfremd" bezeichnet hat, sei "Ausdruck erbärmlicher Intoleranz und Ignoranz".

Sonst stand der Abend im Zeichen des Korans: "Viele wissen überhaupt nicht, was in diesem Buch steht", meinte der Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), Anas Schakfeh: "Wir Muslime wissen, dass nur Juwele drinnen sind." Der Präsident der Islamischen Föderation (IF), Muhammed Turhan, betonte, dass Integration Religion und Kultur der Einwanderer nicht ausschließen dürfe, sonst sei sie eine Assimilation.

Von den großteils jungen Koran-Rezitatoren sorgte besonders ein vierjähriger Ägypter für Begeisterung, der mit dreieinhalb Jahren bereits den gesamten Koran auswendig kann.

Ideologie und Religion


Die Islamische Föderation IF gibt es seit 20 Jahren als Verein in Österreich. Sie hat 32 Moscheen und ist eine der größten türkisch-islamischen Vereinigungen. Ihr Äquivalent in Deutschland ist die in den 70er Jahren gegründete "Islamische Gemeinschaft Milli Görüs".

Laut deutschem Verfassungsschutz sind türkischer Nationalismus und eine ideologisierte Interpretation des Islam für die Organisation charakteristisch.

Milli Görüs betont hingegen "keine politische Organisation" zu sein. Sie widme sich vielmehr "der umfassenden religiösen, sozialen und kulturellen Betreuung ihrer Mitglieder".