Nicht zuletzt zählt auch die Crashtest-Bewertung. Insgesamt fünf Sterne kann ein Fahrzeug seit dem Jahr 1996 erwerben. Der seit damals angewendete sogenannte Euro-NCAP-Test (European New Car Assessment Programme) bewertet ein Auto damit als "sicher".

Mehrzahl der Unfälle passiert mit Tempo 64


Ob ein Insasse allerdings einen Frontalaufprall gegen ein Hindernis unbeschadet überlebt, hängt nicht nur mit den Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch mit der Höhe der Geschwindigkeit zusammen.

So sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Frontalcrash mit Tempo 100 trotz Airbag und Co. praktisch auf null, wie jüngst ein Test beim ZDF demonstrierte.

Dabei durchschlug der Kopf des Dummys den Airbag und prallte auf das Lenkrad - schwere Schädelverletzungen wären die Folge. Der Oberkörper wurde extrem zusammengedrückt, die Lunge eines Menschen wäre gequetscht worden. Und der Dummy rutschte unter dem Gurt nach vorne und stieß mit den Knien an. Oberschenkelbrüche, beidseitige Beckenfrakturen und innere Verletzungen an Leber und Darm wären sehr wahrscheinlich.

Von einem "worst case", der glücklicherweise sehr selten vorkommt, spricht der ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang und gibt im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" zu bedenken, dass man schon bei wesentlich geringeren Geschwindigkeiten - etwa Tempo 70 - in vielen Autos "sehr schlechte Karten hat".

Der Euro-NCAP-Crashtest wird mit 64 km/h durchgeführt. In diesem Bereich spielt sich die Mehrzahl der Unfälle ab. In diesem Zusammenhang müsse man zur Kenntnis nehmen, dass die Physik gegen vieles spricht, betont Lang. So muss ein Auto bei einer Verdoppelung der Geschwindigkeit bei einem Aufprall viermal so viel Energie abbauen - benötigt dabei ohne Aufprall auch den vierfachen Bremsweg.

70-Kilo-Mensch wiegt bei Aufprall 1,3 Tonnen


Und: Bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern gegen ein starres Hindernis wird ein 70-Kilo-Mensch etwa 1,3 Tonnen schwer.

Theoretisch ließen sich Autos stabiler bauen, "doch je steifer das Fahrzeug ist, umso härter ist die Reaktion auf den Menschen", erklärt der Cheftechniker. Die Experten entscheiden sich daher, praktisch weichere Autos zu bauen. So können vor allem große Fahrzeuge mit langer Schnauze "20 bis 40 Zentimeter Knautschzone unter dem Titel Partnerschutz herschenken", erklärt der Experte. Kleineren Autos werde dadurch bei einem gegenseitigen Aufprall eine weitere Knautschzone "geschenkt", so Lang.

Als größte Gefahrenzone, einem Frontalcrash ausgeliefert zu sein, gilt die Bundesstraßen. Kommt einem in einer unübersichtlichen Kurve ein Auto auf der eigenen Fahrspur entgegen, ist es praktisch in 0,2 bis 0,4 Sekunden - so lange dauert eine Kollision - vorbei.

Eine technische Lösung scheint es für das Problem nicht zu geben. Hier hilft lediglich, die eigene Geschwindigkeit im Allgemeinen zu reduzieren und sich noch vorausschauender auf der Straße zu bewegen. "Manche Lenker sollten ein bisschen mehr nachdenken, dann würden sie vielleicht nicht so fahren, wie sie fahren", meint Lang.