"Bei meinem alten Motorrad hatte ich ein vierstelliges Wiener Kennzeichen. Das war schon etwas Besonderes", erinnert sich Robert Bechinger.

Ein richtiger Fan der schwarzen "W"-Nummerntafel ist Gerald Holzleitner: "Die will ich nicht mehr hergeben." Das Auto selbst stehe für ihn zwar im Vordergrund, aber das Kennzeichen sei ein fast genauso wichtiger Grund, warum er seinen gut gepflegten Mercedes schon seit bereits 25 Jahren lenke. Noch heute ärgert er sich über die Umstellung der Nummernschilder im Jahre 1990: "Das hat nur unnötig Geld gekostet, die Alten waren doch in Ordnung."

Um die schwarzen Tafeln lange behalten zu können, muss man doppelt aufpassen, erklärt Bernhard Wesiak, stv. Vorstand des Wiener Verkehrsamtes: "Nicht nur bei Kfz-Neuanmeldung oder Ummeldung auf Wechselkennzeichen geht die schwarze Nummerntafel verloren, sondern auch, wenn das Kennzeichen unleserlich wird."

Das langsame Ende der schwarzen Kennzeichen bedeutet auch das Ende des so genannten "Nummernadels" - damit wurden meist ein- bis vierstellige "W"-Nummern bezeichnet. Besonders die ganz niedrigen Nummern seien so gut wie verschwunden, meint Wesiak: "Diese waren hohen politischen Würdenträgern vorbehalten und wurden fast alle schon längst ausgetauscht."

Verwechslung mit Polen

Besonders bei den Besitzern drei- und vierstelliger Kennzeichen sei aber zu beobachten gewesen, dass diese sich häufig ein Wunschkennzeichen mit ihrer alten Nummer gekauft hätten, ergänzt Wesiaks Kollege Gerhard Ecker. Die Erfahrung, dass die schwarzen Kennzeichen manchmal gar nicht mehr mit Österreich in Verbindung gebracht werden, hat Walter Klug gemacht: "Es ist spaßig, ständig mit Polen verwechselt zu werden."