Bei den Toten, die laut Oberst Paul Harwanegg vom LGK Niederösterreich erst am nachmittag identifiziert waren, handelt es sich um je vier Burschen und Mädchen. Die jugendlichen Insassen des Busses, der auf dem Weg nach Ungarn war, sollen 15 bis 19 Jahre alt sein. Sie stammen aus dem Raum München, Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe. Unter den Verletzten ist laut des leitenden Notarztes, Primarius Albert Reiter, auch ein Mädchen, das in Lebensgefahr schwebt. Dieses Opfer befindet sich im Krankenhaus Amstetten. Weitere Verletzte wurden auch in die Spitäler Melk, Scheibbs und St. Pölten eingeliefert. 20 Businsassen wurden durch Glassplitter leicht verletzt, drei schwer.

Der Unfall hatte sich gegen 3.20 Uhr ereignet. Der mit Textilien beladene Anhänger eines aus Wien kommenden Lkw-Zuges war bei der Einfahrt in den Gegenverkehrsbereich bei Pöchlarn aus vorerst noch nicht geklärter Ursache ins Kippen geraten und hatte das Oberdeck des just in diesem Augenblick herannahenden deutschen Reisebusses der Firma Bröskamp mit dem Kennzeichen GT-MN 19 "beinahe auf der gesamten Länge aufgeschlitzt", so Harwanegg. Der Buslenker habe keine Chance gehabt, das Unglück zu verhindern.

Folgeunfall

In einen Folgeunfall war kurz darauf auch ein aus Richtung Salzburg kommender Lkw-Zug mit Granit-Würfelpflastersteinen verwickelt, der mit dem umgekippten Anhänger des anderen Lastwagens kollidierte, berichtete Harwanegg. Das Schwerfahrzeug stürzte ebenfalls um und blieb auf der Gegenfahrbahn liegen. Der Lenker erlitt schwere Verletzungen. Die Pflastersteine wurden ebenso auf die Autobahn verstreut wie die Textilien von dem Anhänger des anderen Transporters. Für die Bergungs- und Aufräumungsarbeiten blieb die A 1 in beiden Fahrtrichtungen stundenlang gesperrt. In dem Autobus aus Gütersloh, der zum Unglückszeitpunkt auf der rechten Fahrspur unterwegs war, hatten sich nach Angaben der Einsatzkräfte einschließlich der beiden Lenker und der Reisebegleiterin 63 Personen befunden. Die Jugendlichen, die getötet bzw. verletzt wurden, hatten ausschließlich im Oberdeck Platz genommen.

Keine Chance, unversehrt zu bleiben, gab es insbesondere für jene Mädchen und Burschen, die auf der linken Seite und dort wiederum am Fenster des Busses gesessen waren. Die ums Leben gekommenen Jugendlichen waren laut den Hilfsmannschaften jedenfalls auf der Stelle tot.

"Der Unfall war wie in einem Horror-Film", so die Schilderungen von Feuerwehrkräften, die gleich am frühen Morgen am Unglücksort waren. Die getöteten Jugendlichen seien zum Teil geköpft worden, berichtete ein sichtlich noch geschockter Helfer zu Mittag. Auch Arme seien den chancenlosen, zum Zeitpunkt der Karambolage mit dem Lkw-Anhänger mehrheitlich vermutlich schlafenden Mädchen und Burschen abgetrennt worden.