Von 1987 bis 1997 gehörte Hubert E. der von Gottfried Küssel gegründeten "Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition" (VAPO) an, deren deklarierte Ziele die Beseitigung des souveränen

Österreich sowie die Wiedereingliederung ins "Deutsche Reich" waren. Laut Staatsanwalt Gerhard Neubauer hatte Hubert E. eine führende Position in der Neonazi-Verbindung inne: Als Wiener

Kameradschaftsführer soll er regelmäßig Kameradschaftsabende und Wehrsportlager veranstaltet haben. "Er hat auch für das finanzielle Rückgrat gesorgt", sagte der Ankläger am Montag beim Schwurprozess

nach dem NS-Verbotsgesetz.

Der Anklage zufolge sammelte Hubert E. Mitgliedsbeiträge ein und leitete das Geld an Küssel weiter, mit dem ihn eine "enge Freundschaft" verbunden habe, wie der Staatsanwalt ausführte. Das sei nicht

korrekt, meinte der mittlerweile 31-jährige Beschuldigte. Er beteuerte, sich in keiner Phase seiner VAPO-Zugehörigkeit im NS-Sinne betätigt zu haben: "Es wurde nicht mehr polemisiert, als wenn man im

Kaffeehaus sitzt und über neue Steuern spricht." Einige ältere Semester hätten vielleicht heftiger polemisiert, "aber da hat keiner zugehört".

Um ihm das Gegenteil nachzuweisen, hatte die Anklagebehörde den im Juli vorzeitig aus einer elfjährigen Freiheitsstrafe entlassenen Gottfried Küssel als Zeugen nominiert. Der VAPO-Gründer tauchte

aber nicht auf: Er leide an einer Grippe, ließ er sich bei Richter Peter Straub telefonisch entschuldigen. Die Verhandlung wurde daher auf unbestimmte Zeit vertagt.