Kurzmann wurde im Wiener Landesgericht wegen Nichtbefolgung von vier Einberufungsbefehlen · datierend aus den Jahren 1987, 1989, 1990 und 1994 · sowie militärischem Ungehorsam zu zwei Monaten

bedingter Haft verurteilt: Im April 1989 hatte er sich in der Maria Theresien-Kaserne geweigert, Uniform, Helm und Waffe auszufassen. "Ich habe gleich bei Betreten der Kaserne gesagt, daß ich diesen

Dienst nicht machen und Befehle daher nicht befolgen kann", bemerkte der Künstler dazu in der Verhandlung. Er berief sich "auf meine politisch-ideologische Überzeugung, daß militärische Konflikte zu

nichts führen außer zu Toten". "Und als Sanitäter?" wandte Richter Oliver Kriz ein. "Da unterstützt man das auch", meinte Kurzmann.

Der Zivildienst kam für Kurzmann ebenfalls nicht in Frage: Die damals noch existierende Gewissens-Kommission hätte tendenziell eher gebildete, urbane junge Männer anerkannt, sei also seines Erachtens

nach zweifelhaften Methoden vorgegangen. "Ich habe der Kommission nicht das Recht zuerkannt, daß sie über mich urteilen kann", sagte der Musiker.

Das Urteil ist rechtskräftig. Damit ist das Kapitel "Bundesheer" für den 35jährigen Wiener endgültig erledigt: Nachdem er vor einigen Wochen im Ministerium für Landesverteidigung vorgesprochen und um

eine Klärung der leidigen Angelegenheit gebeten hatte, wurde er formell neuerlich einberufen und nach Verhängung einer Disziplinarstrafe · dem Vernehmen nach 14 Tage Hausarrest · "bedingt entlassen".

"Er kann jetzt nicht mehr einberufen werden", so Verteidiger Heinrich Vana.