"Ich bin jetzt schon in einer Apotheke in Wien angestellt. Die Leute fragen immer noch nach Huflattich", erzählte die Pharmazeutin, die in ihrer ausgezeichneten Arbeit "Tussilago farfara L."

(Huflattich) untersucht hat. Fazit: In Blütenknospen, Blütenständen und jungen Laubblättern ist nichts von den Alkaloiden enthalten, in anderen Teilen der Pflanze (ältere) jedoch sehr wohl.

Der wohl wichtigste Aspekt liegt aber darin, daß man unter Umständen gar eine Renaissance des Huflattichs einläuten könnte. Lebada: "Unter optimalen Kulturbedingungen, also nährstoffreicher und

feuchter Boden, kann die Anreicherung von Pyrrolizidinalkaloiden vollständig verhindert werden."

Wie wichtig solche Arbeiten sind, betonte Herba Chemosan-Generaldirektor Mag. Wolfgang Mähr: "Motor für den Fortschritt ist die erfolgreiche Forschung im pharmazeutischen Bereich. Es gibt

Schätzungen, daß nur sechs Prozent aller bekannten Pflanzen auf mögliche pharmakologische Wirkungen untersucht sind. Es gibt einen klaren Trend zurück zur Natur."

Die weiteren Preisträger: Mag. Pharm. Christian Wilhelm Zidorn (geboren in Aachen, Studium in Innsbruck). Er hat herausgefunden, daß die Verwendung von Löwenzahn in der Volksheilkunde offenbar auf

der Wirkung der Inhaltsstoffe des "Rauhaarigen Löwenzahn" (Leontodon hispidus s.l.) beruht haben muß. Der normale Löwenzahn "Taraxacum officinale" weist nämlich andere Inhaltsstoffe auf.

Wahrscheinlich wurde dieses Wissen aber mit der Zeit vergessen.

Mag. Dr. Berhard G. Höbel (Studium an der Uni Graz) wurde für eine Arbeit ausgezeichnet, in der er bewies, daß die Cytochrom-P-450-Monooxygenase eine Schlüsselstellung für die den Einstrom von

Kalzium-Ionen in die Zellen des Endothels besitzt. Höbel: "Gerade diese Endothelzellen geben den Takt für die Funktion der Muskelzellen der Blutgefäße an." · Blutdruck, Gerinnselbildung etc. werden

dadurch beeinflußt.