Keinen Stress mit Ravern hat dieser Tümmler in seiner natürlichen Umgebung. - © NASA - Creative Commons
Keinen Stress mit Ravern hat dieser Tümmler in seiner natürlichen Umgebung. - © NASA - Creative Commons

Am nächsten Wochenende veranstaltet der Freizeitpark Conny-Land in schweizerischen Lipperswil (Kanton Thurgau) eine Techno-Goa-Party. Allerdings befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Delfinarium. Tierschützer fürchten nun um das Wohlergehen der hochintelligenten Meeressäuger.


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800 Besucher werden bei der Veranstaltung am 29./30. Oktober in dem Freizeitpark erwartet. In der warmen Jahreszeit können hier die Besucher Delfine und andere Wassertiere bestaunen, die freilich alles andere als artgerecht gehalten werden. So verspricht das Unternehmen etwa: "Seelöwen-Fans haben die Möglichkeit, mit den verspielten, kontaktfreudigen Meeressäugern in der Seelöwen-Arena zu schwimmen."

Die Veranstaltung am Wochenende, auf der mehrere Bands DJs auftreten sollen, halten Kritiker freilich für Tierquälerei. Unter anderem protestieren der Schweizer Tierschutz, die Organisation ProWal und das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). Andreas Morlok (ProWal) erklärt die Bedenken: "Das Veranstaltungsgebäude liegt nur ca. 50 Meter von der Delfin-Winterhalle entfernt, in dem sich fünf Delfine, darunter ein fünf Monate altes Jungtier, befinden. Techno-Musik ist extrem laut und wir befürchten, dass die Delfine unter Stress leiden werden. Mich wundert es nicht, dass sechs Delfine in den letzten drei Jahren im ConnyLand gestorben sind. Ich kenne weltweit kein Delfinarium, in der die Delfinsterblichkeit so hoch ist, wie auf diesem Rummelplatz."

Der Geschäftsführer des Conny-Land, Erich Brandenberger verweist hingegen auf die umfangreiche Dämmung des Veranstaltungsortes, die "gewährleisten, dass keine Emissionen aus dem Gebäude austreten. In der ca. 50 Meter entfernten Winterhalle für unsere Delphine sind keinerlei Emissionen hörbar, geschweige denn spürbar, auch nicht für unsere Tümmler."

Jürgen Ortmüller, WDSF-Geschäftsführer, widerspricht dieser Rechtfertigung: "Delfine sind sehr sensible Tiere. Sie nehmen insbesondere Geräusche im Ultraschallbereich wahr, die über dem menschlichen Hörvermögen liegen (Anm.: 20 Hz bis 20 kHz). Ein Vergleich mit den Auflagen für menschliche Wohngebiete ist daher aus biologischer Sicht hinfällig und zeigt, wie leichtfertig die Problematik abgetan wird. Sind Delfine zu lauten Geräuschen ausgesetzt, kann ihr Gehör nachhaltig Schaden nehmen. Eine solche Veranstaltung neben einer Delfinhalle ist verantwortungslos gegenüber den Tieren."