Die "Costa Concordia" liegt weiter vor der toskanischen Insel Giglio. - © APAweb / EPA
Die "Costa Concordia" liegt weiter vor der toskanischen Insel Giglio. - © APAweb / EPA

Rom. Die italienischen Rettungskräfte haben am Dienstag weitere fünf Leichen im Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" entdeckt. Die Zahl der Toten stieg damit auf elf.

23 Menschen werden vermisst
Einer detaillierten Auflistung der Küstenwache zufolge, werden nach dem Schiffsunglück vom Freitagabend noch immer 23 Menschen vermisst. Darunter seien Deutsche, Italiener, Franzosen, US-Bürger sowie Bürger aus Ungarn, Peru und Indien. "Wir arbeiten mit Konsulaten zusammen, um festzustellen, ob die Vermissten nach Hause gefahren sind, ohne sich bei den Behörden zu melden", sagte der Präfekt der toskanischen Stadt Grosseto Giuseppe Linardi.

Der italienische Umweltminister Corrado Clini schloss nicht aus, dass Vermisste noch lebend im Wrack gefunden werden könnten. "Wir müssen schnell handeln. Die Tauchermannschaften tun ihr Bestes unter äußerst schwierigen Bedingungen", so der Minister.

Schiff soll geborgen werden
Der Umweltminister arbeitet mit der Rederei Costa Crociere, Betreiber der Costa Concordia, an einem Plan, um die 2.400 Tonnen Dieselöl an Bord des Schiffes zu bergen. "Bis morgen (Mittwoch) soll der Tank geleert werden. Wir arbeiten an einem Plan, um in zehn Tagen das Schiff zu bergen. Das Wetter wird sich bald verschlechtern und wir müssen verhindern, dass Öl ins Meer gelangt. Die Schäden wären ansonsten enorm. Wir müssen auch verhindern, dass das Schiff tiefer sinkt", so der Minister.

Ein Experte der Genueser Gesellschaft Cambiasso&Risso, Max Iguera, warnte jedoch, dass Wochen notwendig sein könnten, um die 17 Tanks mit Dieselöl an Bord der Costa Concordia zu leeren. Die Bergung des Schiffes könnte seiner Ansicht nach sogar ein Jahr beanspruchen.

Der am Samstag verhaftete Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino, wurde am Dienstagvormittag von einem Untersuchungsrichter in Grosseto befragt. Ihm drohen bis zu 15 Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung, Schiffsbruchs und Verlassen des Schiffes vor Ende der Evakuierungsaktion, teilten die Justizbehörden in der Toskana mit.