Rom. Elf Tage nach der Havarie der "Costa Concordia" ist es nun soweit. Vor der toskanischen Insel Giglio hat jene Operation begonnen, in deren Rahmen 2400 Tonnen Öl aus den Tanks des verunglückten Kreuzfahrtschiffes abgepumpt werden sollen. Den Auftrag dazu hat die niederländische Firma Smit Salvage erhalten, die für ihre spektakuläre Bergungsaktionen weltweit bekannt ist. Die Operation ist hochkomplex: 100 italienische und niederländische Fachleute, Tauchermannschaften, Schiffe und Pontons sind im Einsatz, um eine Ölpest vor der idyllischen Insel zu verhindern.

"Wir haben jetzt von den italienischen Behörden die Genehmigung erhalten, an Bord der Costa Concordia zu arbeiten, doch schon seit Tagen sind wir am Werk, um die nötige Ausrüstung zusammenbringen, mit der wir das Öl abpumpen können", sagt Maxi Iguera, Geschäftsführer der Genueser Gesellschaft "Cambiaso&RissoService", italienischer Partner von Smit Salvage. In den toskanischen Hafenstädten Livorno und Piombino hat Iguera geeignete Tank-Barken aufgespürt, um den Treibstoff aufzunehmen. Schwimmende Barrieren wurden gegen auslaufendes Öl aufgestellt. Im Notfall können Absauggeräten den Treibstoff auffangen.

Erschwert wird die ohnehin schon komplizierte Operation dadurch, dass die Lage des schwer havarierten Schiffes nicht stabil ist. In den vergangenen Tagen hat sich die an einem Steilabbruch liegende "Costa Concorida" mehrmals spürbar bewegt. Außerdem muss das Schweröl auf 50 bis 60 Grad aufgewärmt werden, damit es flüssiger wird und einfacher abgepumpt werden kann. "Es ist wie Honig, der flüssig wird, wenn man ihn anheizt", sagt Iguera. "Wir rechnen damit, dass wir in rund drei Tagen beginnen können, das Öl wegzubringen. Die gesamte Operation kann je nach Umständen zwischen vier und sechs Wochen dauern." Wetter und Seegang könnten aber den Ablauf der Abpumparbeiten wesentlich beeinflussen.

Während Smit Salvage sich am Dienstag um den Treibstoff in den Tanks kümmerte, setzten die Rettungstaucher ihre Suche nach Vermissten fort. Zu Mittag wurde schließlich die Leiche einer älteren Frau entdeckt. Die Anzahl der Toten stieg damit auf 16, noch 22 Menschen werden vermisst.