Die "Azamara Quest" auf dem Weg in den sicheren Hafen. - © APAweb/EPA/Philippine Air Force
Die "Azamara Quest" auf dem Weg in den sicheren Hafen. - © APAweb/EPA/Philippine Air Force

Manila. Nach tagelanger Seenot vor den Philippinen hat das Luxus-Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" mit rund 1.000 Menschen an Bord den rettenden Hafen Sandakan im Nordosten Malaysias erreicht. Alle Passagiere - darunter auch die 33 Österreicher an Bord - seien wohlauf, sagte die Sprecherin der Reederei Azamara Club Cruises, Marina Noble.

Die philippinische Küstenwache und Schiffe der Marine hatten die "Azamara Quest" in malaysische Gewässer begleitet, wie ein Sprecher der Küstenwache sagte.

Das Schiff war am Montag in Hongkong zu einer 17-tägigen Kreuzfahrt aufgebrochen und hatte am Mittwoch seine erste Station Manila verlassen. Auf dem Weg in den Hafen der malaysischen Stadt Sandakan brach am Donnerstagabend das Feuer aus, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums dem Radiosender DZBB sagte. Der Brand konnte demnach schnell gelöscht werden.

Manövrierfähigkeit eingeschränkt
Erst am Samstag gelang es der Besatzung, zwei ausgefallene Motoren wieder anzuwerfen, wie die in den USA ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Azamara Club Cruises erklärte. Laut Küstenwache konnte sich das Kreuzfahrtschiff nur mehr mit einer Geschwindigkeit von fünf bis sieben Knoten vorwärtsbewegen. Die Kreuzfahrt soll in Sandakan abgebrochen werden.

An Bord befanden sich insgesamt 590 Passagiere, die meisten von ihnen Europäer, US-Bürger und Australier. Die Zahl der Besatzungsmitglieder wurde mit 411 angegeben. "Derzeit gehen wir von 33 Österreichern aus, 25 Personen einer Reisegruppe und acht Individualreisende", sagte Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Ihnen geht es "laut dem Reisebegleiter und Gesprächen mit den Angehörigen gut".

Verletzte unter Besatzungsmitgliedern
Von den Passagieren wurde bei dem Brand niemand verletzt, fünf Crewmitglieder erlitten Rauchgasvergiftungen. Der Kapitän habe sich jedoch dagegen entschieden, die Verletzten per Hubschrauber abtransportieren zu lassen. Sie wurden von Ärzten an Bord versorgt, hieß es.

Der jüngste Zwischenfall war ein weiterer Schlag für die Kreuzfahrtbranche, nachdem es in den vergangenen Wochen bereits zwei schwere Unfälle gegeben hatte. Am 13. Jänner war der Luxusliner "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4.200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben. Im Februar brach auf einem weiteren Luxusschiff des Unternehmens Costa Crociere im Indischen Ozean ein Brand aus, der einen totalen Stromausfall verursachte. Das Schiff wurde anschließend drei Tage lang bis zu den Seychellen abgeschleppt.